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Stadtführung durch vergangene Jahrhunderte

Glaube und Kirchenkunst Stadtführung durch vergangene Jahrhunderte

Die Visualisierung des Glaubens in der Kirchenkunst der Gotteshäuser in Duderstadt thematisiert die Bilshäuserin Anna-Victoria Jung in Stadtführungen, die von nun an in der Gäste-Information gebucht werden können. Jung gehört zu den „Gästeführern mit Stern“, die in den vergangenen Monaten ausgebildet wurden.

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Anna-Victoria Jung informierte bei einer Führung in Duderstadt zu Kirchenthemen.

Quelle: Pförtner

Duderstadt. Ihre Premiere als Stadtführerin verbrachte Jung im Kreise von Familienangehörigen und Gästebetreuern, die die frisch zertifizierte Gästeführerin auf eine Reise durch die vergangenen Jahrhunderte der Kirchenkunst im Eichsfeld begleiteten.

Während einer Seminarreihe bei der Ländlichen Erwachsenenbildung hatte sich Jung gemeinsam mit weiteren Gästebetreuern für die Stadt Duderstadt in den vergangenen Monaten ausbilden lassen. Als Spezialgebiet wählte die Kunsthistorikerin eines, das ihr, wie sie sagte, auch persönlich am Herzen liege: „Christliche Darstellungsweisen in Duderstadt“.

Die Kirche ist überall präsent

Die enge Verbindung von Kirche und Gesellschaft in Duderstadt spiegele sich im Vereinsleben, im Karneval, in der Verbindung zum Handwerk und zu den Schützen, aber auch im Stadtplan Duderstadts wider, sagte Jung. Sie zeigte den Teilnehmern der Führung eine schematische Darstellung, auf der St. Cyriakus, St. Servatius, Liebfrauenkirche und Rathaus eingezeichnet waren: „In ihrer Anordnung bilden sie ein Kreuz“, erklärte Jung, bevor die erste Station nach dem Treffen am Rathaus anstand: die Oberkirche.

Dort schilderte Jung unter anderem, was es mit dem päpstlichen Wappen am Portal der Kirche auf sich hat, das nach der Erhebung zur Basilika angebracht wurde und die Verbindung der Kirche zum Heiligen Vater in Rom symbolisiere. Im Inneren der Kirche verwies sie unter anderem auf Beispiele, die deutlich machten, welche Aspekte des Glaubens in welcher Epoche eine Rolle gespielt hätten.

So folge die Gestaltung des modernen Zelebrationsaltars einen der Beschlüsse des Zweiten Vatikanischen Konzils, Gläubige und Priester auf eine Stufe zu stellen, nachdem zuvor der Zelebrant einen erhöhten Standort gehabt habe. Vergangene Jahrhunderte - und die Messfeier in lateinischer Sprache - hätten es notwendig gemacht, Glaubensinhalte über Bilder zu vermitteln.

Die Menschlichkeit Jesu

Dafür gebe es eine Reihe von Beispielen, erklärte Jung. Sie erzählten je nach kunsthistorischer Epoche die Geschichte der Bibel auf unterschiedliche Weisen: In der Gotik ohne personalisierte Gesichter, in der Renaissance mit der Betonung auf der Menschlichkeit Jesu liegend.

In der modern gestalteten Klosterkirche habe der Architekt gemeinsam mit den Ursulinen die Gemeinschaft der Gläubigen in den Mittelpunkt gerückt. Wiederkehrendes Motiv seien Menschen mit einem Nimbus. Sie fänden sich in Originalgröße auf dem Wandbild entlang der Empore, aber auch in das Metall des Kronleuchters eingearbeitet.

Das historische alte Kreuz sei dabei nicht durch den Anblick des Leuchters verstellt - Vielmehr habe werde damit symbolisiert, dass derjenige Gott sehe, der die Menschen schaue.

Im Gegensatz zu den katholischen Kirchen, bei denen die Eucharistie im Zentrum stehe, demonstriere die evangelische Unterkirche die Bedeutung des Wortes für die Protestanten. „Die Bergpredigt ist ganz präsent“, sagte Jung.

Mysteriöse Schleifrillen

Eine Frage blieb allerdings offen - weder Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) noch einer der übrigen Teilnehmer der Führung konnte sie eindeutig beantworten: Wie sind die Schleifrillen in die Steine der Kirchen und auch in die Außenmauer des Westerturms gelangt?

Möglicherweise seien am Eingang der Kirche die Waffen abgestumpft und beim Verlassen wieder geschärft worden, vermutete Tourismusexperte Christian Zöpfgen. Vielleicht aber hätten Gläubige auch Partikel aus dem Stein gekratzt, um sie einzunehmen - in der Hoffnung auf eine heilende Wirkung.

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©Richter