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Stammtisch „65“ trifft sich seit 50 Jahren zum Frühschoppen

Immer wieder sonntags Stammtisch „65“ trifft sich seit 50 Jahren zum Frühschoppen

Seit 50 Jahren ist die Sitzecke im Hotel Zum Kronprinzen jeden Sonntag um 11 Uhr reserviert. Dann trifft sich der Stammtisch „65“ zum Frühschoppen.

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Damals und heute: Stammtischbrüder im Jahr 1966 (oben) und am Abend ihres 50. Jubiläums im Kronprinzen.

Quelle: EF/NE

Fuhrbach. In weißen Hemden und Einheitskrawatten mit Bierglas-Motiv sitzen die fünf weißhaarigen Männer am Dienstagabend an ihrem Stammplatz im Hotel zum Kronprinzen. Die Stimmung ist gut, denn zum 50. Bestehen des Stammtisches trifft sich die Runde nicht nur außer der Reihe am Abend des Jubiläumstages, sondern auch zu einem schönen Steak.

Eigentlich ist sonntags Frühschoppen angesagt: Pünktlich um elf Uhr vormittags nehmen Friedel Monecke, Horst Fexer, Karl-Heinz Ernst, Hans-Georg Kube und Hermann-Josef Hoppmann dann ihre Plätze am Ecktisch ein – immer an derselben Stelle, immer in derselben Sitzordnung. Und dann kommt eineinhalb Stunden lang auf den Tisch, was in der Woche wichtig war: „Wir reden über Gott und die Welt“, sagt Monecke.

Dazu gehören insbesondere politische Diskussionen. Dauerbrenner derzeit sei die Diskussion über Griechenland und den möglichen „Grexit“. Politik und Autos seien Themen, die die Männer immer umtrieben, erklärt Monecke, aber auch die neuesten Entwicklungen im Eichsfeld und natürlich im Heimatdorf.

Was vor 50 Jahren aus einer spontanen Sonntags-Idee entstand, füllt mittlerweile ganze Fotoalben. In der Eckbank ihres Platzes im Kronprinzen haben die „65-er“ Platz für Dokumente und Bilder eingerichtet bekommen, von denen am Jubiläumsabend einige herausgekramt werden, um in Erinnerungen zu schwelgen. Bilder aus den Anfangstagen zeigen junge, fesche Männer „immer mit Schlips und Kragen“, wie Monecke lachend kommentiert – „Schließlich trafen wir und sonntags, da wurde mit Krawatte gegrillt“.

Bilder aus den Folgejahren zeigen fröhliche Runden bei Ausflugsfahrten mit den Frauen, Stammtisch-Streiche und gemeinsame Vatertagsfeiern. Und viele Bilder zeigen Schweine: „Von 1990 bis vor zwei Jahren haben wir jedes Jahr geschlachtet“, erklärt Monecke. Jede Familie eines Stammtischbruders habe einen Teller „zum Probieren“ mit nach Hause bekommen. Außerdem wurde Mettwurst gemacht, die jeden zweiten Sonntag in der Kneipe angeschnitten wurde. Was der Wirt dazu gesagt habe „Guten Appetit“, schallt es aus fünf Männerkehlen lachend zurück.

Das Verhältnis sei so gut, dass den „65-ern“ sogar das Brot dazu gereicht worden sei. Zum Herunterspülen habe es traditionell Bier gegeben und zum Abschluss einen Obstler. „Aber unsere Sturm- und Drangzeit ist längst vorbei“, sagt Kube. Heute fließe eher alkoholfreies Weizen die Kehlen hinunter.

Kronprinz-Chef Franz-Josef Otto ist froh, dass in seinem Lokal die Tradition der Stammtische aufrecht erhalten wird. Der jüngste treffe sich seit zehn Jahren regelmäßig. Beim Umbau vor rund 20 Jahren habe er explizit darauf geachtet, dass jede Gruppe ihren festen Platz habe – ein nicht ganz unwesentlicher Bestandteil, wie die „65-er“ zeigen.

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