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Startschuss für Parken mit Smartphone

Digitalisierung im Verkehr Startschuss für Parken mit Smartphone

Für den ruhenden Verkehr hat die Stadt Duderstadt die Digitalisierung eingeläutet. Auf den drei zentralen Parkplätzen Westertor, Steintor und Neutor kann seit Montag bargeldlos ohne Parkschein geparkt werden. Das Handy ersetzt das Parkticket.

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Endlich: Mit dem Smartphone Parktickets kaufen.

Quelle: Arne Bänsch

Duderstadt. Aufkleber und Zusatzschilder weisen an den Parkautomaten auf das Handy-Parken hin. Zur Wahl stehen fünf Anbieter, deren Apps kostenlos aufs Smartphone geladen werden können. Das einzugebende Kennzeichen wird automatisch hinterlegt. Via App, Anruf oder SMS kann dann der Parkvorgang mit oder ohne Zeitvorgabe gestartet und beendet werden. Die Software erkennt über GPS-Ortung Parkzonen mit unterschiedlichen Gebühren und Höchstparkdauer. Westertor- und Steintorparkplatz gehören jetzt zur Parkzone 37001, der Neutorparkplatz zur Zone 37002. Eine Ausweitung der Alternative zum Automatenticket sei angedacht, sagt Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU). Das Handyparken habe schon lange auf der Wunschliste der Stadt gestanden, das Feedback aus anderen Städten sei positiv, die gewählte Variante mit wenig Aufwand für die Kommune verbunden.

Die App-Anbieter erheben für jeden Parkvorgang Gebühren von 10 bis 50 Cent oder Pauschalen für Flatrates. Einige Betreiber rechnen sofort ab, andere monatlich über PayPal, Kreditkarte oder Handyrechnung. Trotz der Extrakosten könnten die Online-Parker durch die minutengenaue Abrechnung Geld sparen, meint Philipp Zimmermann. „Häufig werden Automaten überfüttert“, sagt der stellvertretende Geschäftsführer der Initiative smartparking, mit der die Stadt kooperiert: „Beim Handyparken muss man sich nicht auf eine Parkdauer festlegen, auch Verwarngelder dürften selten werden.“ Hinzu komme der Komfortgewinn. „Niemand muss mehr den Kaffee stehenlassen, weil die Parkzeit abgelaufen ist“, sagt Rainer Kracht vom Bauhof, der das Handyparken koordiniert. „Die Münzgeldsuche kann man sich ebenso ersparen wie Gänge zum Automaten im Regen“, ergänzt Nolte. Zimmermann verweist darauf, dass man auch in weiteren Städten das Handyparken nutzen könne, der Anbieter ParkNow beispielsweise auch eine ticketlose Ein- und Ausfahrt in Parkhäuser ermögliche.

Die eingenommenen Parkgebühren bekommt die Stadt Duderstadt monatlich von den App-Betreibern überwiesen. Autofahrer, die das Online-System nutzen, können bei den jeweiligen Anbietern auch die vorerst noch nötigen Vig-netten für die Windschutzscheibe herunterladen, die die Kontrolle erleichtern. Mitarbeiter des Ordnungsamtes können ebenfalls über eine App nachprüfen, ob das Kennzeichen im Betreiberportal registriert ist. „Knöllchen-Horst könnte Dokumentationsprobleme bekommen“, scherzt Fachbereichsleiterin Sabine Holste-Hoffmann.

Hundert Städte mit Handy-Parken

Vorreiter in der Region: Bislang 100 Städte in Deutschland ermöglichen digitales Parken – von Northeim und Osterode bis Berlin. Duderstadt ist die erste Kommune in Südniedersachsen, die sich wie weitere 19 Städte für das offene Modell der Initiative smartparking entschieden hat. Die seit Herbst 2015 bestehende Plattform, deren Geschäftsführer Hamburgs ehemaliger Bürgermeister Ole von Beust ist, bietet Autofahrern die Möglichkeit, sich für den Dienst zu entscheiden, der ihnen zusagt. In Duderstadt gehen ParkNow, Mobile City, Trafficpass, EasyPark und Yellowbrick an den Start.

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