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Statt Mathe in der Klasse Zirkus in der Manege

Schulzirkus „Bellissimo“ Statt Mathe in der Klasse Zirkus in der Manege

Norma ist sehr geduldig. Das muss sie auch sein, denn die 16-jährige Stute trägt Kinder auf ihrem Rücken, die zuvor noch nie auf dem Rücken eines Pferdes gesessen, geschweige denn kopfüber gehangen haben. Denn sowas muss man können als Reiter in der Manege. Und genau das lernen die rund 110 Schüler der Bilshäuser Grundschule und des Kindergartens in ihrer Zirkus-Projektwoche.

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Eigene Grenzen und Schwerkraft überwinden: Jana reitet kopfüber auf Stute Norma durch die Manege, Marcello Maatz hilft.

Quelle: OT

Zu Gast auf dem Schulgelände ist nämlich der „Circus Bellissimo“. Er – ein Bielefelder Familienunternehmen – hat sich auf die Zusammenarbeit mit Schulen spezialisiert. Eine Woche lang lernen die Kinder nun statt Mathe im Klassenraum das Zirkushandwerk in der Manege. Und sind vom Aufbau über die Werbung und das Erstellen von Eintrittskarten bis hin zur Show in der Manege die Hauptakteure. Angeleitet werden sie dabei von den Zirkusbetreibern Sylvia Kaselowsky und Marcello Maatz.

Es gibt Reiter, Zauberer, Clowns, Bodenturner, Fakire, Drahtseiltänzer, Bauchtänzeriinnen, Jongleure, Trapezkünstler, Luftringwerfer und Ziegendresseure. „Die Kinder konnten sich für die einzelnen Gruppen melden“, erklärt Schulleiter Frank Priemer. In ihnen lernen sie dann bis zum großen Auftritt am Freitag. Und während Maatz die Kinder auf Norma hievt oder mit ihnen und den drei Ziegen Heidi, Gretel und Peter in der Manege probt, zeigt Kaselowsky, wie man Tücher und Reifen jongliert. Sie hat in den 15 Jahren, in denen sie den Schulzirkus macht, die Erfahrung gesammelt, dass „besonders die Kinder, die im Schulalltag eher untergehen“, in der Manege über sich hinauswachsen.

Schon drei Jahre habe die Schule gewartet, dass der häufig gebuchte Zirkus für die Projektwoche vorbei kommt, erzählt Priemer. Er sieht in dem Projekt ebenfalls einen hohen pädagogischen Wert: „Die Kinder lernen ihre Körper kennen und machen neue Erfahrungen.“ Ängste würden überwunden, der Gleichgewichtssinn gefördert und das Selbstbewusstsein gestärkt.

„Ich freue mich schon sehr auf Freitag, wenn wir alle auftreten“, erzählt der sechsjährige Leandro. Der knapp ein Meter große Junge wird dann auf Norma kniend und mit ausgestreckten Armen eine Runde durch die Manege reiten. Hat er Angst? „Ein bisschen, aber eigentlich bin ich eher aufgeregt“, sagt er und grinst.
Die Projektwoche endet mit zwei Zirkus-Aufführungen am Freitag, 20. August. Um 10 Uhr werden die Kunststücke geladenen Schülern anderer Grundschulen präsentiert, um 17 Uhr folgt eine öffentliche Vorstellung im Zelt auf dem Schulhof, Bergstraße 6, in Bilshausen mit anschließendem Schulfest.

Von Corinna Berghahn

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