Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -4 ° wolkig

Navigation:
Storchenfest in Wollershausen

Vierfacher Nachwuchs Storchenfest in Wollershausen

Im kleinen Dorf in der Rhumeaue dreht sich in diesem Jahr fast alles um eine Storchenfamilie. Erstmals seit Jahrzehnten nisten wieder Weißstörche im Ort und ziehen sogar vier Junge groß – das wurde am Sonntag mit einem Storchenfest gefeiert.

Voriger Artikel
Schredderentgelt Hilkerode verdoppelt
Nächster Artikel
Bypass neben B 446 für Anschlussbau

Wasser für Jungtiere an heißen Tagen: Auf der zehn Meter hohen Nisthilfe bei Wollershausen ziehen Störche vierfachen Nachwuchs groß.

Quelle: EF

Wollershausen. Der „wilde Hermann“ und seine „Hermine“ ließen sich beim Fest am Nachmittag allerdings nicht blicken.

Die Storcheneltern müssen für ihren mittlerweile fünf Wochen alten Nachwuchs ein Kilogramm Nahrung je Schnabel am Tag heranschaffen. Vom vierköpfigen Nachwuchs zeigte sich auch nur selten ein Kopf über dem Nestrand auf einer Plattform in zehn Metern Höhe.

Auf der Wiese neben dem Feuerwehrgerätehaus in Sichtweite der Nisthilfe hatten die Wollershäuser Bänke aufgestellt, damit die Festbesucher per Fernglas einen Blick auf die gefiederten Neubürger werfen konnten. Viele Einwohner haben das Nest ständig im Blick und fotografieren.

An der Wand im Gerätehaus hingen Bilder von jedem Stadium der Ansiedlung – vom Inspizieren der noch leeren Holzplattform, über Nestbau bis zur Fütterung.  Auf einem Bildschirm lief eine Foto-Show. Die Fotos werden über das Internet ausgetauscht. Ein Bildband soll zusammengestellt werden.

In der freigeräumten Fahrzeughalle standen reihenweise selbstgebackene Kuchen. Der finanzielle Überschuss des Festes soll eine nötige Renovierung der Nisthilfen verwandt werden.    

„Wir wissen gar nicht, was wir machen sollen, wenn sie weg sind“, sagte Bürgermeister Ulrich Schakowske. Von seinem Badezimmerfenster hat er einen guten Blick auf die Zugvögel. „Wir hoffen natürlich, dass wenigstens einer wiederkommt.“ Vorige Woche wurden die vier Jungvögel beringt.

Alle vier sind gesund und können mittlerweile Mäuse vertragen. Altstorch „Hermann“ ist in Gieboldehäusern seit zwanzig Jahren bekannt, denn er hatte sein Nest bisher auf der alten Molkerei. Er wurde vertrieben und siedelte sich in Wollershausen an. Hermann plünderte Nestmaterial von einer Nisthilfe auf einem Privathaus und aus diversen Hausgärten für sein Nest.

Die Nisthilfe war bereits vor zehn Jahren errichtet worden. Bis auf gelegentliche Besuche, wollte sich bislang aber kein Storchenpaar dafür erwärmen. Wie es scheint, wollen sich die Störche nun dauerhaft im Feuchtgebiet zwischen Linnebach, Rhume und Mühlenrhume niederlassen – darauf hoffen jedenfalls die Wollershäuser. „Wenn  sich Störche ansiedeln, ist mit der Natur alles in Ordnung“,  glaubt der Bürgermeister. Bedenken hat er wegen neuer Windräder, die in der Nähe geplant werden.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Feuerwehrübung in Krebeck

©Richter