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Strohballenbrände im Eichsfeld reißen nicht ab

250 Strohballen brennen Strohballenbrände im Eichsfeld reißen nicht ab

Die Serie von Strohballenbränden im Eichsfeld und dem Umland reißt nicht ab, bereitet der Feuerwehr schlaflose Nächte und den Landwirten große Sorgen und Probleme. Die Polizei geht von einem Brandstifter aus, der immer wieder zuschlägt.

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250 Strohballen brennen nahe Aussiedlerhof bei Seeburg.

Quelle: Andreas Mahnkopf

Seeburg. In der Nacht zum Dienstag  brannte es sowohl in unmittelbarer Nähe des Aussiedlerhofes auf der Kuppe zwischen Seeburg und Bernshausen als auch in der Feldflur Weißenborn-Siemerode an der Landesgrenze nach Thüringen.

In beiden Fällen wurden gleich jeweils zwei Strohballenlager in Brand gesetzt.  Fünf Minuten nach Mitternacht alarmierten die Bewohner des Aussiedlerhofes bei Wollbrandshausen die Feuerwehr. In der Nähe des Schafstalls brannten ein Haufen mit 150 Rundballen. Die konnten  auseinandergezerrt und zügig abgelöscht werden, da sich das Feuer noch im Anfangsstadium befand.

Ein Lager mit weiteren 200 Ballen neben zwei Anhängern mit Altreifen brannte lichterloh. I"Dort konnten wir nur die Ballen nur noch kontrolliert abbrennen lassen", berichtet Einsatzleiter Heinrich Marx. Die rund 55 Feurwehrkräfte aus Seeburg, Seulingen, Ebergötzen, Bernshausen und Waake nutzten nicht nur den Hydranten am Aussiedlerhof.

Die Kreisstraße wurde zur Pendelstrecke für Tanklöschfahrzeuge, die ihre Wassertanks an der Abzweigung nach Bernshausen auffüllten. Der Einsatz dauerte bis zum Morgengrauen, die Brandwache übernahme die Seeburger Wehr.

"Wir können nicht rund um die Uhr alle Strohballen bewachen"

Gegen 1.30 Uhr wurde ein weiterer Ballenbrand bei Weißenborn-Lüderode gemeldet. Dort standen zwei Lager mit jeweils mehr als 100 Ballen im Vollbrand, als die Feuerwehr anrückte. "Wir konnten nichts mehr retten, die Ballen nur noch kontrolliert abbrennen", berichtet Heiko Böhken, Brandmeister der Gemeinde Gleichen.

Die Feuerwehr Weißenborn übernahm die Brandwache. Auch die Tanklöschfahrzeuge aus Bremke und Rittmarshausen rückten aus, ein Löschangriff machte aber keinen Sinn mehr.

Mit den beiden jüngsten Ballenbränden hat die Zahl der Fälle Zweistelligkeit erreicht. Seit Ende März brannte es zweimal bei Breitenberg, außerdem bei Langenhagen, bei Bodensee, an der Leerenschen Rinne bei Duderstadt sowie zweimal im Obereichsfeld und einmal im Raum Osterode. Anfangs habe man noch über eine Fehde unter Landwirten spekuliert, sagt Duderstadts Polizeichef Otto Moneke, inzwischen gehe man von einem Serien-Brandstifter aus.

"Wir können nicht rund um die Uhr alle Strohballen bewachen", sagt Moneke: "Wir haben aber interne Maßnahmen ergriffen, um dem Pyromanen das Handwerk zu legen." An die Bevölkerung appelliert Moneke, keine Scheu zu zeigen, die Polizei zu verständigen: "Auch der kleinste Hinweis kann entscheidend sein."

Ein Rundballen Stroh hat einen Wert von 20 bis 30 Euro. Zum Schaden kommt für die betroffenen Landwirte noch hinzu, dass sie jetzt für Ersatz sorgen müssen.

Von Nadine Eckermann und Andreas Mahnkopf

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