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Stück Schulgeschichte in Bilshausen geht zu Ende

Hauptschule Stück Schulgeschichte in Bilshausen geht zu Ende

Mangelnde Schülerzahlen sind maßgeblich dafür ausschlaggebend, dass übermorgen, am Freitag, 19. Juni, ein Stück Schulgeschichte in Bilshausen endet. Die Hauptschule wird es nicht mehr geben.

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Ein Bild für die Geschichtsbücher: Klassenlehrerin Heidrun Flügge mit den letzten Hauptschülern in Bilshausen.

Quelle: OT

Vor acht Jahren hat Frank Priemer sein Amt als Rektor der Grund- und Hauptschule Bilshausen angetreten. Viele Jahre nach der Blütezeit der Schule in den 60-er Jahren, als noch fast 600 Schüler die Mittelpunktschule besuchten. „Jetzt müssen wir das Ende der Hauptschulära verkünden“, erläutert der Pädagoge, bevor übermorgen die letzten 13 Schüler verabschiedet werden.

„Wir haben die Hauptschule so lange wie möglich am Leben erhalten“, blickt Priemer zurück. Dank seitens der Schule gelte vor allem den Politikern Lothar Koch und Sigrid Jacobi (beide CDU). „Ohne sie wäre die Hauptschule schon längst geschlossen worden.“ 

Durch verschiedene Maßnahmen, beispielswiese Sondergenehmigung für kleine Klassen und Bildung von Kombiklassen habe die Schließung immer wieder vermieden werden können. Trotz alledem seien „einzelne Schülerabwanderungen zu attraktiveren, größeren Schulen“ nicht zu verhindern gewesen, berichtet der Rektor. Gründe für die letztendlich nicht zu vermeidende Schließung der Hauptschule gebe es viele: „ Zu nennen wäre das relativ kleine Einzugsgebiet, die demografische Entwicklung und die Freigabe des Elternwillens.“ 

Die dörfliche Atmosphäre und die familienähnlichen Verhältnisse seien sowohl für die Schüler der Hauptschule als auch für die Lehrkräfte ein großer Vorteil gewesen, sagt Priemer. Von den vier Lehrkräften würden drei künftig an anderen Schulen tätig sein. Klassenlehrerin Heidrun Flügge bleibe an der Grundschule.

Blick nach vorn 

„Nun gilt es, unsere ganze Kraft auf die noch verbleibende Grundschule zu bündeln“, schaut der Schulleiter nach vorn. „Dies ist auch dringend nötig, denn gerade hier haben wir unter der demografischen Entwicklung zu leiden, wir werden immer kleiner.“ Anstatt zwei ersten Klassen werde es im neuen Schuljahr nur noch eine geben, insgesamt dann noch sechs Grundschulklassen. 

Ausdrücklich macht Priemer seine Meinung zu „kleinen Grundschulen“ deutlich: „Ich verstehe den Wunsch der kleinen Dörfer nach Erhalt ihrer Schule im Dorf“. Gerade kleine Systeme böten eine Menge Vorteile und gute Arbeit werde heute an jeder Schule geleistet. 

„Mein Wunsch wäre hier allerdings eine engere Zusammenarbeit der einzelnen Schulen nach dem Motto: Jeder kann von jedem etwas lernen“, so Priemer. „Schulen müssen sich öffnen, sie müssen transparent werden, damit sie voneinander profitieren können.“

Von Heinz Hobrecht 

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