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"Da möchte niemand hinziehen"

Pastorenstellen "Da möchte niemand hinziehen"

Bis 2018 will der Kirchenkreis Harzer Land, zu dem auch die Region Eichsfeld gehört, über den künftigen Stellenplan entscheiden. Von den 33 Pastorenstellen könnten bis zu sieben wegfallen. Es fehlen Geld und Bewerber.

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Quelle: gt

Duderstadt / Northeim / Hann. Münden. Angesichts sinkender Mitgliederzahlen sollen in den sieben Regionen des Kirchenkreises Harzer Land in den Jahren bis 2022 die Ausgaben in mehreren Schritten um 667 000 Euro gesenkt werden. Es sei aber kein rein finanzielles Thema, hatte Pastor Uwe Brinkmann bereits im April vergangenen Jahres erklärt. Das Problem bestehe auch darin, dass es keine Bewerber für offene Stellen geben würde. "Da möchte niemand hinziehen." Man sei eben besonders vom demografischen Wandel betroffen, so Brinkmann.

 

Obwohl hier aktuell alle 35 Stellen besetzt sind, ist man sich auch im benachbarten Kirchenkreis Leine-Solling der düsteren Zukunftsprognose durchaus bewusst und arbeitet wie in Göttingen (siehe Seite 15) an der Attraktivitätssteigerung der Pfarrstellen. "Wir werden alle ein Problem kriegen, nicht nur die Kirchen", erklärte Superintendentin Stephanie von Lingen. Aktuell sei die Situation in ihren Gemeinden allerdings positiv. Die 27 Pfarrhäuser seien mehrheitlich gut in Schuss und das Arbeitsklima angenehm. Mit der Folge, dass in den vergangenen Jahren einige neue Kollegen gekommen sind, um in der ländlichen Region ihre dreijährige Probezeit zu verbringen. Danach läge es an den Gemeinden, den Pastor zu überzeugen, zu bleiben.

Blick über den Tellerrand

Gleiches gilt auch in dem kleinen Kirchenkreis Münden. Superintendent Thomas Henning hat ein überwiegend junges Team mit Pastoren in der Probezeit. Von den zehneinviertel Stellen sind in den vergangenen Jahren sieben mit jungen Pastoren besetzt worden. Vakanzen gebe es dadurch auch im Kirchenkreis Münden derzeit nicht. Henning wagt den Blick über den Tellerrand: Südniedersachsen habe innerhalb der Landeskirche einen entscheidenden Wettebwerbsnachteil gegenüber dem Norden. Durch die gewachsenen Strukturen hat hier jedes Dorf eine Kirche, was in der Konsequenz bedeutet, dass heute jeder Pastor mehrere Gemeinden oder Predigtstätten betreuen muss.

 

Weiter im Norden geht man derweil tatsächlich andere Wege. Seit dem 1. Juni wird im Kirchenkreis Lüchow-Dannenberg das theologische Personal ist nicht mehr der Gemeinde sondern lediglich dem Kirchenkreis zugeordnet. Das soll den Pastoren ermöglichen, weiter vor Ort zu bleiben, auch wenn diese zu klein für eine Pastorenstelle werden sollte. Superintendent Stephan Wichert-von Holten erklärte: "Wir merken jetzt schon, dass wir viele Probleme lösen, die andere Kirchenkreise erst langsam bekommen."

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