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Süße Wurst in knalligen Farben

Fleischermeister in Honkong Süße Wurst in knalligen Farben

Einen mutigen Schritt hat der Krebecker Fleischermeister Gregor Brennecke gewagt. Er ging im September nach Hongkong. „Es ist schwer, jemanden zu finden, der einem jungen Fleischermeister die Chance gibt, sich zu entwickeln“, erklärt er, warum er auf die Anzeige im Fleischerforum antwortete.

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Mit Unterstützung von einheimischen Mitarbeitern hat Brennecke gelernt, dass Wurst in Hongkong süß sein soll.

Quelle: EF

Krebeck / Hongkong. „Ich habe eine neue Herausforderung gesucht“, erklärt Brennecke, der im Februar auf Karnevalsurlaub in die Heimat kam – aus einem Land mit 25 Grad Temperatur und hoher Luftfeuchtigkeit. „Extrem war es gleich im September“, erinnert er sich. „Da waren es 40 Grad und 90 Prozent Luftfeuchtigkeit.“

Doch nicht nur die Temperaturen bieten einen großen Unterschied. „In Hongkong ist eine unglaubliche Masse an Menschen unterwegs“, berichtet der 26-Jährige, der im 1100-Seelen-Dorf Krebeck zu Hause ist. In seiner aktuellen beruflichen Heimat leben rund sieben Millionen Menschen. „Hongkong ist wie New York eine Stadt, die niemals schläft.“

Bereut habe er den Schritt nicht, sagt Brennecke. Die Stadt besteht aus mehreren 100 Inseln und ist sehr vielseitig. „Die Stadt ist umgeben von Bergen“, erzählt Brennecke und berichtet von Sandstränden für Surfer. „Aber auch in der Stadt gibt es viele Parks und viel Grün.“ Nur eines sei nicht so schön. „Wohnraum ist sehr teuer. Für eine 20 bis 30 Quadratmeter große Wohnung bezahlt man rund 2000 Euro.“ Dafür sei aber auch der Arbeitslohn an die Verhältnisse vor Ort angepasst.

Die Branche sei sehr gefragt im Ausland, sagt er. „Denn wir haben eine fundierte Ausbildung abgeschlossen und in vielen Ländern werden die Arbeiter nur angelernt.“
Seine Fabrik ist in mehreren Etagen ab der achten in einem Hochhaus beheimatet. Sie gehört zu einer großen Gesellschaft mit rund 700 Mitarbeitern. „Ich bin Produktionsleiter für Wurstherstellung“, erzählt er und sagt, dass seine Vorgesetzten durchaus wünschen, dass er eigene Kreationen entwickelt.

Eichsfelder Wurstmacher in der Welt: Brennecke.

Quelle: Thiele

„Allerdings muss ich dabei einige Eigenheiten vor Ort beachten“, erzählt Brennecke. Mit der Eichsfelder Wurst kann er in Hongkong jedoch nur wenig punkten. Dort wird eher süß statt salzig gegessen. „Als ich das erste Mal ein Hot Dog gegessen habe, war ich überrascht, wie süß es schmeckt.“ Außerdem kommt weniger Fett, aber mehr Gemüse in die Wurst. „Salami gibt es auch, die ist aber für die Europäer“, sagt er.

„Die Einheimischen essen kein rohes Fleisch, dafür aber rohen Fisch.“ Für den Geschmack hat Gregor Brennecke einen einheimischen Mitarbeiter, der ihn berät. Ungewöhnlich seien auch die knalligen Farben. „Manche Würstchen müssen pink sein.“ Wegen des Zuckers sinke allerdings die Haltbarkeit, weshalb vieles eingefroren in den Verkauf geht.

Gregor Brennecke hat eine Sechs-Tage-Woche. „Die Arbeitszeit dauert von 7 bis 16 Uhr. Den Schritt ins Ausland kann er nur empfehlen. „Ich hab mich früher auch nicht getraut“, so der Eichsfelder. „Aber ich habe viel gelernt – sprachlich und beruflich.“ Für immer möchte er allerdings nicht in der Fremde bleiben. „Obwohl, dank Skype und WhatsApp bin ich ja nicht aus der Welt.“

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©Richter