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Superintendent Volkmar Keil zu Besuch in Duderstadt

Stimme der Kirche wird im Eichsfeld gehört Superintendent Volkmar Keil zu Besuch in Duderstadt

Kirchengemeinden, Institutionen und politische Gremien besucht Superintendent Volkmar Keil derzeit im Kirchenkreis. Am Sonntag hat er Station in Duderstadt gemacht.

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Im Gespräch mit Gläubigen: Superintendent Keil am Sonntag in Duderstadt.

Quelle: Schneemann

Duderstadt. Gemeinsam mit den Pastorinnen Christina Abel und Claudia Edelmann feierte er zunächst den Sonntagsgottestdienst, anschließend kam er mit evangelischen Christen aus der Kirchengemeinde ins Gespräch. Dabei sei es im Eichsfeld, anders als in anderen Regionen, gute Tradition, über Kirche zu sprechen. „Das ist etwas, was ich an dieser Region und dieser Stadt schätze“, lobte Keil.

Das Beispiel der Predigt des katholischen Bischofs Norbert Trelle zur Erhebung von St. Cyriakus in den Status der Basilika sei dafür bezeichnend. Selbst Menschen, die der Kirche nicht naheständen, hätten sich an der Diskussion beteiligt. Dies zeige, welch hohen Stellenwert die Kirche in der Gesellschaft habe. Zugleich sei es für die Geistlichen ein wichtiges Zeichen: Pastoren hätten nicht selten das Problem, sich nicht wahrgenommen zu fühlen. Im Eichsfeld sei dies anders.

Die Bedeutung der Kirche in der Gesellschaft stelle zugleich für deren Repräsentanten eine Herausforderung dar, sagte Keil. „Es bedeutet, Rechenschaft ablegen zu müssen“, machte er deutlich. Je stärker die Bindung sei, desto stärker achte die Bevölkerung darauf, ob die Kirche ihren Aufträgen nachkomme, ob im Bereich der Bildung oder im Kontakt zu Politik oder Vereinen. „Kirche ist eine Stimme, die gehört wird. Sie muss sie nur erheben.“ Die zweite Herausforderung bestehe in der Ökumene. In Duderstadt werde sie lebendig gepflegt. Dazu gehöre auch, sich über die Unterschiede zwischen den Konfessionen auszutauschen: „Wir fangen an, über Bereiche zu reden, die wir sonst oft ausklammern“, erklärte Keil – und lobte diese Form der Diskussion als fruchtbar. Auch dafür habe die Erhebung zur Basilika einen guten Anlass geboten.

Die dritte Herausforderung bestehe darin, die Situation innerhalb der Gemeinde zu sehen. Es handele sich bei St. Servatius um die drittgrößte im Kirchenkreis. „In der Stadt fühlt man sich dennoch als die kleine gegenüber St. Cyriakus.“ Haupt- wie Ehrenamtliche trügen vorbildlich zur Stärkung bei, wie beispielsweise der Auftritt des Singkreises während des Gottesdienstes oder die Teilnahme der Erzieherinnen des evangelischen Kindergartens zeige, ebenso wie die rege Arbeit des Kirchenvorstandes oder anderer kirchlicher Gruppen. 

Doch Keil warnte davor, sich zu stark zu verausgaben. „Es gibt Grenzen für Kraft“, sagte er. Diese zu überschreiten, bedeute einen Qualitätsverlust zum einen, das persönliche Gefühl der Überforderung zum anderen. Die Eichsfelder Eigenart, die Predigt der Pastorin zum Anlass der Diskussion zu nehmen, griffen die Besucher im Anschluss an den Gottesdienst beim gemeinsamen Frühstück unter der Empore der Kirche auf: Pastorin Abel hatte mit einer Predigt zum Thema Inklusion viele Ansätze für Gesprächsstoff geliefert. Dafür und für den „theologischen Feinsinn“, mit dem die Pastorin arbeite, lobte sie Keil.

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