Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -8 ° wolkig

Navigation:
Taube soll Eisernes Kreuz verdecken

Geschichtswerkstatt bekräftigt nach Vandalismus Forderung Taube soll Eisernes Kreuz verdecken

Die Geschichtswerkstatt Duderstadt bekräftigt ihren Wunsch nach der dauerhaften Installation einer Friedenstaube am Obertor. Die gewaltsame Zerstörung des Friedenszeichens während der Ostertage mache es nach Auffassung des Vereins „umso dringlicher, diesem Vorschlag möglichst schnell zu folgen.“

Voriger Artikel
Hypochonder erlebt Turbulenzen
Nächster Artikel
Otto Leinemann zum Ehrenvorsitzenden ernannt

Die Geschichtswerkstatt schlägt daher vor, das Eiserne Kreuz zur Seite des Kriegerdenkmals hin sichtbar zu lassen, auf der Rückseite aber eine verdeckende Friedenstaube dauerhaft anzubringen.

Quelle: janvetter.com

Duderstadt. Unbekannte hatten in der Nacht zu Ostermontag die von einer anonymen Künstlergruppe nach dem Vorbild Picassos gestaltete Taube zerstört. In einem an die Verwaltung der Stadt Duderstadt gerichteten Brief erläutert Götz Hütt als Vorsitzender des Vereins den Vorschlag der dauerhaften Installation einer Friedenstaube unter anderem mit der Geschichte des Denkmals, an dem die Taube bis zu ihrer Zerstörung angebracht war:

Das „Kriegerdenkmal“ mit dem Eisernen Kreuz sei ein historisches Dokument, „welches Auffassungen früherer Generationen ausdrückt“. Als solches sollte es erhalten bleiben, glauben die Mitglieder des Vereins. „Zugleich aber ist uns die Freiheit gegeben, diesem Denkmal eine andere, unsere Sichtweise hinzuzufügen“, erklärt Hütt.

Die Geschichtswerkstatt schlägt daher vor, das Eiserne Kreuz zur Seite des Kriegerdenkmals hin sichtbar zu lassen, auf der Rückseite aber eine verdeckende Friedenstaube dauerhaft anzubringen. Auf diese Weise würde eine gedankliche Verbindung zu den Worten auf dem Denkmal („Allen Opfern der Gewalt“) hergestellt. Zugleich würde die „Geknechtete“, die Skulptur einer zusammengekauerten Person, vor dem Eisernen Kreuz abgeschirmt.

„Die Geknechtete“ soll an die im KZ-Außenlager Duderstadt gefangenen Ungarinnen erinnern. Die Verbindung mit dem Kreuz entspreche nicht „einem angemessenen Gedenken der KZ-Häftlinge“, sagt Hütt. Sie seien Jüdinnen gewesen und von denen verfolgt, deren Zeichen auch das Eiserne Kreuz gewesen sei. „Was 1939 bis 45 ein Zeichen der Täter war, passt nicht zum Erinnern an die Opfer.“

Die aus Spanplatte gesägte Friedenstaube, die sich bisher am Kreuz befunden hatte, verdeckte das Eiserne Kreuz von beiden Seiten. Sie war angebracht worden als Symbol der Gewaltlosigkeit und als Protest gegen die „Mahnwachen“ des „Freundeskreises Thüringen / Niedersachsen“ am Obertor. Eine „anonyme Künstlergruppe“ hatte sich dazu bekannt, das Kunstwerk angebracht zu haben und übergab es in die Obhut der Stadtverwaltung.

Ob es zu einer dauerhaften Einrichtung einer Friedenstaube am Denkmal komme, liege bei den parlamentarischen Gremien, ließ die Verwaltung verlauten. Die Anregung der Geschichtswerkstatt sei gerne angenommen worden, die Entscheidung liege nun in der Hand des Rates der Stadt.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Feuerwehrübung in Krebeck

©Richter