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Tausende säumen die Straßen

Rosenmontag Tausende säumen die Straßen

Mehr als tausend Besucher säumten bei strahlendem Sonnenschein die zeitweilig gesperrte Bundesstraße 247 und jubelten den Wagen des diesjährigen Mingeröder Umzugs zu. „Der närrische Frohsinn hat endgültig von uns Besitz ergriffen“, sagte Ortsbürgermeisterin Renate Schopferer zur Eröffnung vom Wagen des Prinzenpaares Susanne II. und Sascha I. in der Ortsmitte – man glaubte es ihr aufs Wort.

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Kapitänin: Dem Motto „Komm aufs Traumschiff mit Mann und Frau – Mingerode Halau“ des größten Umzugs im Untereichsfeld folgt diese Närrin bereitwillig.

Quelle: Pförtner

Dann setzte sich der Tross gegen 14.30 Uhr unter dem Motto „Komm aufs Traumschiff mit Mann und Frau – Mingerode Halau“ mit bunten Beiträgen langsam in Bewegung. Im Publikum war alles vertreten: vom Esel und Clown über Wikinger bis hin zu Prinzessinnen aller Altersklassen. Besonders die kleinen Karnevalsbesucher waren professionell ausgestattet: mit Plastiktüten für die Süßigkeiten. Und es regnete Kamellen vom knappen Dutzend Wagen, allen voran der Pannekauken-Anhänger, von dem namensgerecht frisch zubereitete Pfannkuchen an die Besucher verteilt wurden.

Begleitet wurde der Zug von Musik: Die Brass und Drum Band aus Mingerode, der Fanfarenzug aus Gieboldehausen oder das Jugendblasorchester Tiftlingerode lockerten die Reihe der thematisch um das Traumschiff arrangierten Gefährte auf. Da gab es die Baywatch-Bräute und Kerle der Mingeröder Rettungsschwimmer, das an einen Kinofilm angelehnte (T)raumschiff Surprise Periode eins oder das (Alb)traumschiff der „Tigerentenkoalition“ oder das Traumschiff Bank („Der Staat verliert – die Bank kassiert“). Nach einer guten halben Stunde bog der Zug mit dem aktuellen Pannekauken-Ordensträger Thomas Nebenführ vom Eichsfeld-Gymnasium von der Bundesstraße in Richtung Obernfeld in eine Seitenstraße ab, der wartende Verkehr konnte erst einmal wieder rollen. Mit reicher Beute und vollen Plastiktüten flitzten große und kleine Narren dem Tross auf seinem weiteren Weg hinterher. Manch einer der Älteren wird schon jetzt einen ersten Traubenzucker genommen haben, der von der Themenwagen herunter flog – denn es wurde noch ein langer Rosenmontag im Elfer-Ratskeller.

Schwarz oder besser gesagt bunt vor Menschen ist gestern der geografische Mittelpunkt Deutschland gewesen: In der Karnevalshochburg Krebeck sammelten sich rund ein Dutzend Festwagen und diverse Fußgruppen zu den Klängen der Renshäuser Blasmusik und des Ebergötzer Spielmannszuges sowie lautstarken Krebeck-Miau-Rufen zum Umzug. Im Fußvolk tummelten sich kleine Vampire und Spielfiguren ebenso wie große Dioxin-Hühner aus Ebergötzen. Sowohl Nationales als auch Lokales brachten die Motto-Wagen auf den Punkt. „Ob Bankenchaos oder Staatenpleite, es steht der Michel stets zur Seite“, hieß es an einem Wagen mit Griechenland-Flagge, während nicht nur der Junggesellen-Club KSC („Die Partei – Männer ohne Grenzen“) bereits die Kommunalwahl im Blick hatte.

Umzug durch Mingerode.

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Denn Bürgermeister Josef Sorhage, der gestern zum letzten Mal als Dorfpatron reimend die fünfte Jahreszeit in seinem Heimatort ausrief, kandidiert nicht mehr. „Selbst in der Kirche hört man die Wähler laut beten, wer soll nur in die Fußstapfen von Josef Sorhage treten?“, fragten sich die Narren und regten eine Kandidaten-Casting-Show an. Nicht einfach war es in diesem Jahr auch, einen Karnevalsprinzen zu finden. Da kein Junggeselle zur Verfügung stand, wurde die Tradition über Bord geworfen: Der ehemalige Präsident und Prinz Michael Otto und seine Frau Anika schlüpften kurzerhand in die Rolle des Prinzenpaares. Innovative Ideen zur Ortsentwicklung, in deren Genuss vielleicht einmal das Kinderprinzenpaar Sonja und Arnim kommt, reichten von den eine Kreuzfahrt-Linie Krebeck fordernden Ellerbach-Matrosen bis zu Vorschlägen zur Belebung der Gastronomie – ob Bioenergie-Café oder Senioren-Muckibude.

Von Kuno Mahnkopf und Erik Westermann



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©Richter