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Teamplayer mit Weitblick

Paul Schneegans Teamplayer mit Weitblick

Mit einer Feierstunde ist Paul Schneegans am Dienstag in der Bildungsstätte am Grenzlandmuseum Eichsfeld von zahlreichen Weggefährten endgültig in den Ruhestand verabschiedet worden. „Wir haben gemeinsam viel erreicht“, bilanzierte Horst Dornieden, Vorsitzender des Trägervereins.

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In der Feierstunde in der Bildungsstätte haben zahlreiche Weggefährten Paul Schneegans (links) mit guten Wünschen für die Zukunft verabschiedet.

Quelle: CHH

Teistungen. Dornieden hob die vielen Stunden hervor, die Schneegans als Geschäftsführer investiert hatte, um das Grenzlandmuseum weiterzuentwickeln. „Sein Engagement ist ja nicht durch einen Arbeitsvertrag entstanden“, so der Vorsitzende, „sondern er hat vieles im Ehrenamt umgesetzt.“ Und da habe er, als er damals gefragt wurde, keine Sekunde gezögert, erinnerte der 2. Vorsitzende Wolfgang Nolte, dass es von Schneegans von Anfang an eine Herzensangelegenheit gewesen sei. „Hier ist unheimlich viel erreicht worden“, lobte auch Professor Axel Klausmeier, Direktor der Stiftung Berliner Mauer, der Schneegans als „immer ruhig und gentlemanlike“ beschrieb.

Klausmeier erinnerte sich daran, dass er 1981 als 16-Jähriger seinen studierenden Bruder in Göttingen besuchte und die beiden spontan im alten Käfer nach Quedlinburg fahren wollten. „Einige Bilder haben sich eingeprägt“, erzählte er. „Damals sah es hier noch ganz anders aus.“ Deshalb sei es auch wichtig, solche Erinnerungsstätten weiter auszubauen. Und genau dafür sei Schneegans der richtige Mann gewesen, der sich dabei auch nie in den Vordergrund gestellt habe. „Er war immer menschlich, aber mit einer unheimlich zurückhaltenden Konstruktivität“, so Klausmeier. So habe er sich ein Netzwerk aufgebaut und in zahlreichen Gremien mitgewirkt.Auch Christian Dietrich, der Thüringer Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, erklärte, dass der schnell gemerkt habe, dass im Grenzlandmuseum Eichsfeld jemand sitze, „der sehr weit schaut und Perspektiven aufmacht, wo andere keine sehen“.

Eine wesentliche Eigenschaft von Schneegans kam in allen Redebeiträgen zur Sprache. Er sei immer ein „Teamplayer“ gewesen. Und ganz Mannschaftsspieler nahm Schneegans diesen Ball auf und gab ihn gleich weiter. „Das Team sitzt hier“, nahm er die Gäste in seine Mannschaft auf, die sich aber noch deutlich erweitern lasse. Und sollte sein Rat benötigt werden, so werde er auch weiterhin zur Verfügung stehen, denn das Grenzlandmuseum ist ein wichtiger Teil seines Lebens.

Eine Herzensangelegenheit

Grenzschatten : Paul Schneegans ist in Gerblingerode aufgewachsen – „im Schatten der Grenze“, wie er selbst sagt. Geboren 1949, als Deutschland schon geteilt war. Bis 1973 endete die Welt nur wenige Kilometer östlich seines Heimatortes. Erst mit Inbetriebnahme des Kleinen Grenzverkehrs habe die Möglichkeit bestanden, in der direkten Nachbarschaft in die DDR einzureisen. „Die Eichsfelder haben davon viel Gebrauch gemacht, um ihre Verwandten zu besuchen“, erzählt der langjährige Geschäftsführer des Grenzlandmuseums. Allerdings hätten die Treffen nicht in der grenznahen Sperrzone, sondern dahinter stattfinden müssen. „Von daher war das Grenzlandmuseum von Beginn an eine Herzensangelegenheit für mich“, blickt Schneegans stolz zurück.

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©Richter