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Spitzenreiter mit 80 Stundenkilometern

Tempomessung in Bösinghausen Spitzenreiter mit 80 Stundenkilometern

Bösinghausen ist komplett als Tempo-30-Zone ausgeschildert. Doch nach Angaben von Gemeindebürgermeister Johann-Karl Vietor halten sich die meisten Verkehrsteilnehmer nicht an die Vorgabe. "79 Prozent fahren schneller als erlaubt", nennt er die Bilanz einer Geschwindigkeitsmessung.

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Aktion gegen zu schnelles Fahren in Bösinghausen: Kinder fordern mit Schildern und Transparent die Einhaltung der Tempo-30-Zone.

Quelle: Franke

Bösinghausen. "Hier sind schon zahlreiche Katzen angefahren und überfahren worden", berichtet die zehnjährige Emma. "Deshalb haben wir Flugblätter gemacht." Mit dem Schreiben werde zum einen auf die toten und verletzten Tiere hingewiesen und zum anderen darauf, dass viele Verkehrsteilnehmer zu schnell unterwegs sind. Umrahmt wird es von gemalten spielenden Kindern und Tieren, die es im Ort gibt. "Die Flugblätter haben wir in allen Häusern verteilt", erklärt Emma, verbunden mit der Hoffnung, dass sich der Zustand ändere. Denn Bösinghausen ist ein Sackgassendorf, erklärt der Bürgermeister. "Das bedeutet, wir haben keinen Durchgangsverkehr", so Vietor.

Tiere auf der Straße

Anwohnerin Zoe Scho erzählt, dass sie bereits beobachtet habe, wie eine Katze angefahren worden sei. "Und ich habe kein rotes Bremslicht gesehen", sagt sie. Anders sei es, wenn Hühner auf derStraße unterwegs seien, ergänzt Ralf Wehrt. "Dann bremsen die Leute ab", hat er beobachtet. Denn viele könnten nicht einschätzen, wie ein Huhn reagiert. "Deshalb fahren sie dann wohl etwas vorsichtiger."

Nur ein Fünftel fuhr korrekt

Mehr als 5000 Fahrzeuge seien zwischen dem 11. und 19. Juli gemessen worden, als sie in den Ort hineinfuhren oder ihn verließen. Nur etwa ein Fünftel habe sich in diesem Zeitraum an die Tempo-30-Vorgabe gehalten, berichtet der Bürgermeister. Die meisten der Verkehrssünder seien im Bereich zwischen 30 und 50 Stundenkilometer unterwegs gewesen. "Doch es gab auch Fahrer, die mehr als das Doppelte der erlaubten Geschwindigkeit gefahren seien", so Vietor. Dabei sei der Spitzenreiter ortsauswärts mit 80 Stundenkilometern gemessen worden. Ortseinwärts habe der Schnellste immerhin 74 Stundenkilometer auf dem Tacho gehabt.

Blitzermessung

"Der nächste Schritt wäre eine Blitzermessung", sagt der Bürgermeister. Dies sei vor zehn Jahren zum bislang letzten Mal gemacht worden, habe damals aber großen Erfolg gehabt. "Da die Schilder und die mit Farbe auf die Straße aufgetragenen Hinweise nicht auszureichen scheinen, haben wir direkt am Ortseingang eine große 30 mit echter Fahrbahnmarkierung aufgebracht", erzählt der Bürgermeister. Überlegt werde auch, bauliche Maßnahmen zu ergreifen. "Man könnte die Verkehrsinsel so bepflanzen, dass die lange Gerade nicht mehr durchgängig einsehbar ist", beschreibt er eine der Ideen.

Schilder und Plakate

Am Freitag haben Anwohner nun Schilder aufgestellt sowie ein Banner aufgehängt, um auf die die Straße querenden Tiere und der spielenden Kinder aufmerksam zu machen. "Slow down! Kids and Pets at play!" ist auf einem zu lesen. "Das haben wir extra aus Amerika bestellt", so Vietor. Innerhalb von fünf Tagen sei es geliefert worden. Kristine Vietor-Kienke möchte die Autofahrer besonders auf die Kinder hinweisen. "Die Kinder spielen im Dorf", sagt sie und plädiert für mehr Rücksichtnahme.

Deutlich zu schnell in Waake

Eine Geschwindigkeitsmessung im Bereich der Hauptkreuzung in Waake habe ergeben, dass sich viele Autofahrer nicht an die vorgegebene Geschwindigkeit von 50 Stundenkilometern hielten, erklärt Gemeindebürgermeister Karl-Johann Vietor (CDU). "47 Prozent der Verkehrsteilnehmer fuhren schneller", berichtet er. So sei der Schnellste in Richtung Bösinghausen / Ebergötzen mit 93 Stundenkilometern gemessen worden. In Richtung Ortsmitte sei der Schnellste Tempo 89 gefahren. 

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©Richter