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Landlust statt Landfrust

Mingerode Landlust statt Landfrust

Der demografische Wandel ist nicht allein Schreckgespenst, sondern auch Chance - sofern sich die Gesellschaft darauf einlässt. In dieser Sache sind sich am Sonnabend die Mitglieder der Expertenrunde und auch das Team des Jungen Theaters einig gewesen. Sie gestalteten einen Themenabend im DGH.

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Mingerode. Mingerode kennt das Problem. Und jeder der Anwesenden am Sonnabend im Dorfgemeinschaftshaus Ratskeller auch. Weniger Menschen im Ort, und die, die da sind, werden älter. Demografischer Wandel halt. Damit geht vielerorts, nicht nur Dörfern, auch kleinen Städten eine ganze Reihe von Problemen einher: weniger Schüler brauchen weniger Schulen, das kulturelle Angebot verlagert sich ins Oberzentrum, Handwerk und Landwirtschaft verlieren an Bedeutung, die Höfe sterben aus. Die wirtschaftliche Lage wird schlechter und zu allem Überfluss erfährt es - wie im Falle von Osterode - die ganze Welt durch die Medien.

Clevere Akteure und kluge Ideen gefragt

"Odyssee im Leerraum" des Jungen Theaters beschreibt das Problem anhand von authentischen Interviews, die zu einem Theaterstück zusammengefasst sind. Doch die Zuschauer am Sonnabend in Mingerode sahen auch, wie dank cleverer Akteure und kluger Ideen mit der Herausforderung umgegangen werden kann.

Damit dürften die Macher des Stücks in weiten Teilen mit dem übereinstimmen, was die Expertenrunde zu Beginn gefordert hatte. Das Dorf als Energie-Oase, als Kreativort oder Ort der Langsamkeit - mit Konzepten wie diesen könnten Dörfer Alleinstellungsmerkmale schaffen, die sie attraktiv machten, sagte Regina Meyer, Demografiebeauftragte des Landkreises Göttingen. Vom "Charisma des Ortes", das herauszuarbeiten sei, sprach Propst Bernd Galluschke. Er sehr gute Chancen beispielsweise einen Shuttle-Service von den Dörfer in die Stadt zu organisieren oder eine Oldie-Party  - Ideen, die bei Don Camillo und Peppone entstanden sind. Christa Kellner, stellvertretende Ortsbürgermeisterin in Esplingerode (CDU) warb dafür, die Dorfgemeinschaft zu stärken, um gemeinsam den Ort belebende Veranstaltungen zu planen. In Esplingerode beispielsweise gebe es im Oktober ein Apfelfest. Sie Träume noch von Tango und Kultur in der Mehrzweckhalle. "Was haben wir, was wollen wir und was brauchen wir ehrlicherweise?" Nach Karsten Ley, Geschäftsführer von Duderstadt2020, seien das die Fragen, die man sich stellen müsse. Zudem sei es falsch, immer nur das Negative herauszustellen. Der ländliche Raum bringe viele positive Eigenschaften mit, von der entschleunigenden Wirkung bis hin zum Sicherheitsgefühl. "Es sieht nicht so schlecht aus in Duderstadt", sagt er. Landlust statt Landfrust - darauf hatte auch Galluschke schon hingewiesen.

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