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Theatergruppe der Seulinger Kolpingsfamilie mit amüsantem Verwirrspiel

Wenn Putzfrauen hoch hinaus wollen Theatergruppe der Seulinger Kolpingsfamilie mit amüsantem Verwirrspiel

Man nehme einen Zahnarzt nebst hochnäsiger Gattin, einen jammernde Patienten, der immer im falschen Moment auftaucht, zwei augenscheinlich missratene Kinder, ein Baby im Bierkasten und Besuch aus Hollywood. Nicht zu vergessen die Perle des Zahnarzthaushaltes, denn um die dreht sich irgendwie alles.

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Theaterstück „Au Backe“ der Seulinger Kolpingsfamilie: Haushaltshilfe Mona und ein Patient mit Zahnschmerzen.

Quelle: Pintschak

Seulingen. Gewürzt mit Situationskomik und einer kräftigen Brise schlagfertigem Mutterwitz kann eigentlich nur eines dabei herauskommen: ein Volkstheaterstück im besten Sinne, diesmal glänzend aufgeführt von der Theatergruppe der Kolpingsfamilie.

„Au Backe!“ heißt das Stück, das am vergangenen Wochenende zu drei Vorstellungen hunderte Besucher ins Bürgerhaus zog. Zwar hatte sich die Premiere am Freitagabend nicht ganz so gut besucht gezeigt, wie erwartet, dafür waren die folgenden Vorstellungen fast ausverkauft, so Bernward Biermann von der Kolpingsfamilie Seulingen.

Insgesamt 660 Zuschauer sahen das Verwirrstück um den gutmütigen Zahnarzt Dr. Klaus Fröhlich, der von Olaf Robitzsch souverän verkörpert wurde.

Überzeugend auch das Bühnenbild, das mit echtem Stuck und allerlei edlem Beiwerk die schicke Zahnarztvilla darstellte. Als sich der Vorhang, ausgeliehen von der Theatergruppe Landolfshausen, zum ersten Mal öffnete, ging ein Raunen durch die Zuschauerreihen. Bereits im ersten Akt legten die Hobbyschauspieler die Grundlage für alle weiteren Verwicklungen.

So gibt sich Haushaltsperle Mona, gespielt von Doris Burchard, als Zahnarztgattin aus, während ihr Chef mit Gattin Uschi in den Urlaub fährt. Denn schließlich hat Putze Mona mit ihrer alten Freundin  Britta gewettet, wer einmal die bessere Partie machen würde. Die wohnt mittlerweile in Hollywood und hat den Filmproduzenten Arnold Weissenegger geehelicht. Herrlich überzogen spielten Dieter Kopp als Arnie und seine Tochter Julia als Britta die Figuren mit amerikanischem Akzent.

Baby in der Bierkiste

Als das Zahnarztehepaar überraschend zurückkehrt, nimmt das Unheil seinen Lauf: Mona kann die Situation nur retten, indem sie Chef und Gattin überzeugt, beim Verwirrspiel mitzumachen. Zunächst ganz die überhebliche feine Dame, glaubt Uschi, den vermeintlichen Filmproduzenten von sich als Schauspielerin überzeugen zu können, indem sie möglichst authentisch die Perle mimt.

Genau in dem Moment tauchen die erwachsenen Kinder des Zahnarztpaares und der alleinerziehenden Mona auf, die sich nicht nur als Punks „Ratte“ und „Killer“ durchschlagen, sondern ihr gemeinsames Baby in einer Bierkiste mitbringen. Diese beiden sind es schließlich, die mit ihrer Kritik an den Eltern, die nur auf Äußerlichkeiten und Geld Wert legen, das ganze Spiel auffliegen lassen. „Mehr Schein als Sein“ klappt eben doch nicht. Es sind nur die echten, authentischen Beziehungen, die zählen.

So entpuppt sich Britta am Ende ebenfalls als Putzfrau, ihr Arnie ist ein Knastbruder und auch Uschi sieht ein, dass sie einiges falsch gemacht hat. Das Publikum wurde bestens unterhalten und honorierte das mit lang anhaltendem Beifall. Man kann der noch jungen Theatergruppe der Kolpingsfamilie noch viele solcher Aufführungen wünschen.

Von Birgit Freudenthal

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