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"Honig im Kopf" in der Eichsfeldhalle

Mit Alzheimer nach Venedig "Honig im Kopf" in der Eichsfeldhalle

Schauspieler der "Komödie am Altstadtmarkt" Braunschweig haben Sonnabend im Programm der Theater- und Konzertvereinigung (TKV) Duderstadt das Theaterstück "Honig im Kopf" in der Duderstädter Eichsfeldhalle aufgeführt. Dabei lockerten sie das ernste Thema Alzheimer mit humorvollen Passagen auf.

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Quelle: Richter

Duderstadt. Die nach Til Schweigers gleichnamigen Kinofilm von Regisseur René Heinersdorff und Autor Florian Battermann bearbeitete Bühnenfassung begann mit einer Trauerrede, die der unter Alzheimer leidende Senior Amandus Rosenbach (Achim Wolff) auf der Beerdigung seiner Frau hält. Er wirkt verwirrt. Als der Senior bei der Polizei seine verstorbene Frau sucht und einem Beamten die Dienstwaffe abnimmt, sind sein Sohn Niko (Karsten Speck) und dessen Ehefrau Sarah (Astrid Kohrs) mehr als irritiert. Schließlich nimmt das Ehepaar Opa Amandus zu sich ins Haus.

Sichtlich amüsiert

Bereits der erste Akt machte deutlich, dass die Schauspieler ihre Rollen überzeugend und authentisch verkörperten und dabei große Spannung im Saal erzeugten. Das Publikum hörte aufmerksam zu und war sichtlich amüsiert über den Unfug, den Amandus fabrizierte. Zusehends bringt er, der „Kuchen kocht“ und den Bücherschrank mit einer Toilette verwechselt, alles völlig durcheinander. Erst als Enkelin Tilda, gespielt von Anne Bedenbender, ihren Großvater fragt, wie es ist, wenn man alles vergisst, gibt Amandus zu, dass es sich anfühlt als habe man Honig im Kopf.

Als Niko beschließt seinen Vater in eine Altenresidenz zu geben, macht sich Tilda mit Amandus und dem „ausgeliehenen“ Auto ihrer Eltern auf den Weg nach Venedig, wo Amandus einst mit seiner Frau die Flitterwochen verlebte. Die Reise in die Lagunenstadt ist gekennzeichnet von peinlichen Vorfällen und den Eskapaden des immer weiter unter motorischem und geistigem Verfall leidenden Großvaters. Wolff brillierte ein ums andere Mal als demenzkranker Opa, der zwar die Nummer seiner Euroscheckkarte weiß, jedoch alle möglichen Zeitgenossen miteinander verwechselt.

Auf der Parkbank

Nach einem glimpflich verlaufenen Autounfall geht die Reise der beiden Abenteurer mit dem Zug weiter, den Amandus in Norditalien verlässt und so wieder Chaos verursacht. Schließlich werden Opa und Enkelin von der Oberin eines Klosters mit einem Lieferwagen bis an ihr Ziel gefahren. Inzwischen sind dort auch Niko und Sarah eingetroffen. Amandus büchst unbemerkt aus einem Hotel in Venedig aus und wird am nächsten Morgen von Tilda auf einer Parkbank gefunden, auf der der alte Herr einst mit seiner Frau gesessen hat. Seine Alzheimerkrankheit ist nun so weit fortgeschritten, dass er seine „kleine Prinzessin“ nicht mehr als Enkelin erkennt.

Von Gregor Mühlhaus

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