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Tierzählung gibt Hinweis auf Zustand der Natur

Jägerschaft Duderstadt Tierzählung gibt Hinweis auf Zustand der Natur

Duderstadt. Während sich die Bundesbürger auf die kommende Volkszählung vorbereiten, wird in Wald und Flur bereits seit einigen Wochen gezählt. Die Jägerschaft Duderstadt ermittelt die Häufigkeit des Niederwilds, insbesondere die Anzahl der Hasen.

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„Nach wie vor ist Meister Lampe in unserer Region heimisch“: Gute Nachrichten gibt es von der jährlichen Wildtiererfassung durch die Jägerschaft.

Quelle: Pleul, dpa

Die Eichsfelder Jäger beteiligen sich so an der alljährlich im Frühjahr anstehenden Wildtiererfassung (WTE) in Niedersachsen.

Erste Zwischenergebnisse im Untereichsfeld weisen auf positive Entwicklungen hin. So kann der Vorsitzende der Jägerschaft Duderstadt, Hans-Georg Kracht, feststellen: „Ostern kann kommen, nach wie vor ist Meister Lampe in unserer Region heimisch.“ Das sei ein gutes Zeichen, denn Hasen reagierten sensibel auf Veränderungen in ihrer Umwelt und seien deshalb Indikatoren für den Zustand der Natur, erklärt er. Ungewöhnliche Witterungsverhältnisse, vermehrtes Auftreten natürlicher Fressfeinde und der Verlust von Lebensräumen führe schnell zu einem Rückgang des Hasenbestandes.

Das Endergebnis der Erfassung steht noch aus. Im Untereichsfeld läuft die Zählung noch. Die Jägerschaft Duderstadt wird dabei von Mitarbeitern des Institutes für Wildtierforschung in Hannover unterstützt.

„Schon jetzt aber zeichnet sich ab“, so bestätigt Helmut Nolte von der Jägerschaft, „dass die Hasenbestände bei uns recht ordentlich sind. Vielleicht liegen sie ein klein wenig unter den Ergebnissen der Vorjahre, was an den beiden vorangegangenen, strengen Wintern liegen könnte.“

Derzeit animiere der Frühling die Langohren zu munteren Liebesspielen – und das nicht nur in der Dunkelheit, sondern auch bei Tage. Üblicherweise fahren die Jäger in der Dunkelheit systematisch auf den Wegen einen in Quadrate unterteilten Bereich ab. Mit Taschenlampe beleuchten sie dabei die Feldflur und zählen die reflektierenden Tieraugen. Diese Methode führe zu relativ zuverlässigen Ergebnissen, so Nolte. Bei Tage jedoch ließen sich die Hasen leichter von den Kaninchen unterscheiden.

Diese Unterschiede erläutert Kracht: „Zunächst ist der Feldhase um einiges größer als das Kaninchen, wiegt fast doppelt so viel und hat deutlich längere Ohren, die Löffel. Sie münden beim Hasen in eine erkennbare schwarze Spitze, das Kaninchen dagegen hat an den Ohren einen dünnen schwarzen Rand“, führt der Jägerschaftsvorsitzende aus. Auch in der Lebensweise unterscheidet sich Meister Lampe vom Kaninchen. Während der Hase in einer Mulde, der Sasse lebt, legt das Kaninchen unterirdisch einen Bau an.

Von Sebastian Rübbert

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