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Tiftlingeröder Senioren rücken zusammen

Runde Tiftlingeröder Senioren rücken zusammen

Ortsbürgermeister Gerd Goebel (CDU) löst sich mit Klaus Deppener am Grill ab, Wolfgang „Charlie“ Weng greift zur Gitarre, im Bürgerhaus wird gesungen und geschunkelt. Knapp zwei Dutzend ältere Tiftlingeröder – 17 Frauen und vier Männer – sind der Einladung der neuen Seniorenobfrau Lieselotte Zinke gefolgt.

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Kaffeenachmittag und Grillabend: Seniorenobfrau Lieselotte Zinke (rechts) stellt sich und ihr Programm vor.

Quelle: Richter

Die 75-Jährige will in der geselligen Runde, die sich jeden ersten Dienstag im Monat im Bürgerhaus trifft, erst einmal Kontakte knüpfen, Ideen sammeln und vorstellen. Würstchen, Kartoffelsalat und Getränke hat der Ortsrat gestiftet, Goebel blickt zurück auf die Eichsfeldtage in der Partnergemeinde Gernrode und nach vorn auf die 875-Jahr-Feier seines Heimatortes.

 
„Unsere Generation sollte näher zusammenrücken und nicht immer alleine zu Hause sitzen“, sagt Zinke und regt Spieleabende, Ausflüge, Gedächtnistraining, Bingo und gemeinsame Spaziergänge an – „damit wir eine lustige ältere Gemeinde werden“. Als Seniorenbeauftragte des Ortes hat die gebürtige Potsdamerin Joachim Kühn abgelöst, der das Amt nach 15 Jahren abgegeben hat. Sie selbst ist erst vor drei Jahren nach Tiftlingerode gezogen. „Eigentlich bin ich Städterin“, meint sie, hat den Umzug aufs Dorf aber nie bereut und schnell Kontakte geknüpft: „Wenn man offen ist, auf die Menschen zugeht und sich einfühlt, klappt das auch.“

 
Zinkes Leidenschaft gilt der Musik. Schon als Kind hat sie gesungen, in Lüneburg einen Frauenchor geleitet. Als Bankkauffrau hat die Witwe hauptsächlich im Börsenfach gearbeitet: „Da braucht man einen Ausgleich wie die Musik.“ Ins Eichsfeld gezogen ist Zinke, weil ihre Tochter in Nesselröden lebt. Ihr soziales Engagement hat sie hier fortgesetzt und ist für die Osteroder Tafel in Duderstadt tätig. Auch bei den Ortsratssitzung ist Zinke Stammgast: „Es interessiert mich, wie ein kleiner Ort seine Belange regelt.“

 
Für Tiftlingerode als Wohnort hat sie sich auch entschieden, weil es nicht weit von Duderstadt entfernt und nicht zu sehr abgeschnitten ist. „Mit Einschränkung der Mobilität und fehlender Kraft geht im Alter vieles verloren“, meint die 75-Jährige und will das durch Aktivitäten im Ort auffangen.

 
Die Seniorenrunde ist inzwischen aufgetaut, stimmt in Wengs selbst geschriebenes Duderstadt-Lied und das „Alte Försterhaus“ ein. „Schreiben Sie nur Gutes über Tiftlingerode“, sagt Margret Iseke, während ihr Mann Richard in Erinnerungen schwelgt. In dem Raum im Bürgerhaus neben der Grundschule, in dem sich jetzt die Senioren treffen,hat der 87-Jährige von 1934 bis 1942 die Schulbank gedrückt. An den Wänden hängen Aquarelle mit Ortsansichten, die er gemalt hat. Musikalisch geht es mit „Es waren zwei Königskinder...“ weiter. Auch dabei zeigen sich die Senioren textsicher. Das Wasser zwischen ihnen ist jedenfalls nicht zu tief. 

 

875-Jahr-Feier: Tony Marshall angefragt
Einen Ausblick auf ein „arbeitsreiches Jahr“ hat Ortsbürgermeister Gerd Goebel (CDU) beim Seniorentreff im Bürgerhaus gegeben. 2016 feiert der Ort, der mit Goebels Initiative „1000 für Tiftlingerode“ ein überregionales Medienecho ausgelöst hat, sein 875-jähriges Bestehen. Das Festzelt unterhalb der Kirche wird anders als vor 25 Jahren allerdings keine 1000 Plätze mehr haben, sondern mit 600 Plätzen kleiner ausfallen, dafür aber mehr Komfort bieten. Noch offen ist, ob Schlager-Ikone Tony Marshall dort auftreten wird. „Wir bemühen uns zurzeit über Alfred Diederich, der aus Tiftlingerode kommt, in Hildesheim lebt und ein enger Freund des Schlagerstars ist, Tony Marshall nach Tiftlingerode zu holen“, sagt Goebel. Über die eigentliche Jubiläumsfeier im September hinaus plane der Festausschuss bis zu zehn weitere Veranstaltungen, die über das Jahr verteilt werden sollen. Eröffnet wird das Jubiläumsjahr mit einem Neujahrsempfang inklusive Feuerwerk am 2. Januar. Fest stehen bereits ein Plattdeutscher Abend, Hüttengaudi, Jugenddisco und Festgottesdienst, angedacht sind ein Theater-Gastspiel, ein Konzert mit Symphonieorchester und eine Kunstausstellung.      ku
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