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Toleranz ist nicht Wertschätzung

Ökumenischer Dialog Toleranz ist nicht Wertschätzung

„Wie viel Toleranz braucht die multireligiöse Gesellschaft?“ Diese Frage haben die Moderatorinnen Sigrid Jacobi und Daniela Breckerbohm beim ökumenischen Dialog im Foyer der Sparkasse gestellt. Vertreter der Kirchen und des Bistums Hildesheim trafen sich zur Podiumsdiskussion.

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„Wie viel Toleranz braucht die multireligiöse Gesellschaft?“ Diese Frage haben die Moderatorinnen Sigrid Jacobi und Daniela Breckerbohm beim ökumenischen Dialog im Foyer der Sparkasse gestellt.

Quelle: Thiele

Duderstadt. Mehr als 90 Prozent der deutschen Bevölkerung sprächen sich für die Grundwerte Glaubensfreiheit und Meinungsfreiheit aus, nannte Dr. Christiane Schubert als Referentin für den interreligiösen Dialog des Bistums Hildesheim Zahlen. Doch trotz dieser anscheinenden Toleranz der Deutschen sei nur jeder zweite dafür, dass alle religiösen Gruppen die gleichen Rechte haben sollten. „Toleranz allein bedeutet nicht Wertschätzung“, sagte Schubert.

Woran dieses Ungleichgewicht liege, brachte auch der zweite Redner, Superintendent Volkmar Keil vom Kirchenkreis Harzerland, auf den Punkt. Da unsere Werte heute nicht mehr in einer christlichen Gesellschaft gefestigt seien, und auch nicht in einer multireligiösen, sei eine völlige Werteveränderung durch die Straße bestimmt worden. „In einer religionslosen Gesellschaft ergeben sich die Werte aus der gesellschaftlichen Stimmung“, meinte Keil und plädierte für eine stetige Wertediskussion, woran sich alle gesellschaftlich relevanten Gruppen beteiligen sollten. Propst Bernd Galluschke als Vertreter des Dekanats Untereichsfeld sah die Basis für Toleranz vor allem darin, dass Nächstenliebe auf Gegenseitigkeit beruhen müsse. „Unterschiedlichkeit darf sein, aber es muss ein ehrlicher, offener, vertrauensvoller Dialog auf Augenhöhe stattfinden“, meinte Galluschke. Bei den Grenzen der Toleranz waren sich die drei Referenten weitgehend einig: Bei Gewalt, Rassismus und bei Angriffen auf die Menschenwürde höre die Toleranz auf.

In der offenen Diskussion betonte Jacobi, dass zurzeit sieben Prozent der deutschen Gesamtbevölkerung muslimisch sei, von Islamisierung des Abendlandes also keine Rede sein könne. „Mit Zahlen und Wissen können wir gegen die Ängste der Menschen angehen“, sagte Jacobi, die auch die Evangelische Erwachsenenbildung Südniedersachsen vertrat, und regte eine interkulturelle Wertediskussion mit verschiedenen Gruppen in Duderstadt an. Breckerbohm, Vorsitzende des Katholischen Bildungswerks Untereichsfeld und Schulleiterin der IGS St. Ursula, betonte außerdem die Wichtigkeit der gemeinsamen Sprache, um interkulturelle Verständigung schon auf dem Schulhof zu ermöglichen.

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©Richter