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Traditionsbruch als täglich Brot

Die Jungen Zillertaler mixen Volksmusik mit Chart-Elementen Traditionsbruch als täglich Brot

Mit den Jungen Zillertalern hat sich für die Eichsfelder Sommerwiesn am Sonntag die Crossover-Kapelle unter den Volksmusikanten angesagt. Im Interview plaudert Markus Unterladstätter (Gesang, Bass, Trompete) über Volksmusik und Heavy Metal, Krachlederne und Kinderlieder.

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Die Jungen Zillertaler.

Quelle: NE

Duderstadt. Mit den Eichsfelder Sommerwiesn verlegt der Duderstädter Kultursommer das Oktoberfest in den Juli, Sie verpassen der Volksmusik ein modernes Gesicht. Beide brechen Sie also mit den Traditionen. Glauben Sie, dass es das heute braucht, um junge Leute zu erreichen?

Bei uns ist Traditionsbruch so etwas wie täglich Brot. Wir leben in Zeiten, in denen es nicht mehr so sehr darauf ankommt, wann im Jahr was gefeiert wird. Und für uns als Band ist das nur gut: Im Herbst sind wir grundsätzlich ausgebucht. Im Zillertal ist es übrigens ganz üblich, Frühlings- und Sommerfeste oder Open Airs auch in dieser Zeit so zu feiern wie andernorts das Oktoberfest gefeiert wird. So ist das auch mit unserer Musik: Wir gehen mit der Zeit und geben allem einen jugendlichen Touch.

Sie sind alle Mitte 30, Anfang 40. Wie kommt man da zur Volksmusik?

Indem man aus dem Zillertal kommt. Bei uns gibt es allein 180 gemeldete Volksmusikgruppen. Wir haben aber immer schon aktuelle Elemente, wie man sie aus den Charts kennt, eingebracht. Man muss das Rad der Musik ja nicht immer neu erfinden. Unseren Durchbruch 2008/2009 hatten wir beispielsweise mit dem „Fliegerlied“ - das ist eigentlich ein altes Kinderlied.

Würden Sie denn vor irgendetwas zurückschrecken? Heavy Metal vielleicht?

Wir sind für alles offen, solange wir uns damit identifizieren können.

Das Fest in Duderstadt ist als Familienfest ausgelegt, entsprechend spielen Sie nachmittags. Gibt es Ihrerseits Vorlieben, ob Sie lieber tagsüber oder nachts auftreten?

Nein. Die Auftritte tagsüber sind auf Entertainment ausgelegt, die am Abend eher auf Party. Wir freuen uns auf ein tolles Familienfest mit vielen jungen Fans. Je nachdem, wann und wo wir spielen, holen wir oft auch zum Finale die Kinder auf die Bühne, um mit ihnen gemeinsam zu musizieren.

Müssen Sie denn Texte entschärfen, damit sie auch jugendfrei sind?

Wir haben schon einige Teste, die ... sagen wir ... zweideutig sind. Wir meinen nichts Schlechtes damit. Schlecht ist der, der Schlüpfriges dabei denkt. Wer uns kennt, weiß aber, dass wir immer nur Spaß machen.

Das passt ja zum Titel Ihres aktuellen Albums „100 Mal verrückter“...

Wir sind schon ausgeflippter als andere, stimmt. Aber eigentlich bezieht sich der Titel auf eine Frau, nach der man 100 Mal verrückter ist als nach anderen.

Ein wenig verrückt sein muss man aber schon, wenn man im Jahr 200 Konzerte spielt und von der Autobahn direkt auf die Bühne geht, oder?

Wir kennen das nicht anders. Wir fahren rund 120 000 Kilometer im Jahr. Unterwegs ruhen wir uns aus, damit wir Energie für die Bühne haben.

Was sollten denn die Fans mitbringen, damit die Party am Sonntag gelingt?

Klar, gute Laune. Schönes Wetter wäre auch toll.

Krachlederne und Dirndl?

Klar, wer es mag. Wir treten ja auch in unseren typischen Outfits auf. Wer nichts hat: Wir bringen auch etwas zum Anziehen mit.

Interview: Nadine Eckermann

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