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Trotz steigender Preise: Brennholz boomt

Gemütlichkeit eines Ofens Trotz steigender Preise: Brennholz boomt

Brennholz wird teuerer. Bis zu 100 Euro soll der Schüttraummeter in Ballungsgebieten wie Hannover bei einigen Anbietern kosten, war vor wenigen Tagen zu lesen. Wie sieht das im Eichsfeld aus? In einer Umfrage in der Duderstädter Fußgängerzone stellt sich heraus: Vor allem die Gemütlichkeit eines Kaminfeuers wird geschätzt – trotz der steigenden Brennholzpreise.

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Beliebt als Wärmequelle mit gemütlichem Flair: Brennholz.

Quelle: Thiele

Eichsfeld. „Wir haben einen Kachelofen, aber der erfüllt seinen Zweck nur, wenn draußen echte Minusgrade herrschen“ sagt die Tiftlingeröderin Andrea Weber. Bei mäßiger Kälte reiche die Heizung. Beim Kachelofen stände die Gemütlichkeit im Vordergrund. Daher habe sich die Familie nachträglich den Ofen ins Eigenheim bauen lassen.

Weber

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Kathrin Quander und ihr Ehemann Lutz Lier heizen mit Holz, „weil wir dadurch den ‘Energie-Dinos’ nicht so ausgeliefert sind“, sagt Quander. Durch den Holzofen sei das Ehepaar unabhängiger von nicht nachwachsenden Rohstoffen wie Gas und Erdöl. Die beiden Pöhlder haben den Rotenberg vor der Haustür, „und da gehen die Männer hin und sägen ihr Holz selbst, das zuvor von Profis gefällt wurde“, erklärt Quander. Die Gemütlichkeit, die das Feuer eines Holzofens verbreitet, schätze sie ebenfalls.

Quander

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„Ich vermisse das Kaminfeuer nicht, aber meine Frau schon“, sagt Manfred Kristen, der nicht mit Holz heizt. „Die Holzpreise werden sich ohnehin den anderen Energiepreisen angleichen“, befürchtet der Duderstädter und sieht generell die Energieproblematik als nicht gelöst an – auch nicht in Bezug auf Brennholz.

Kristen

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Die beiden Worbiserinnen Birgit Gleichmann und Ellen Bötticher heizen mit Holz. „Wir haben einen Förster in der Familie, da haben wir Beziehungen zur Holzquelle“, sagt Bötticher. Ein ganzer Männertrupp, darunter Ehemann und Vater, würden im Winter im Wald Holz machen. „Dabei fühlen die sich gut. Ein Mann mit der Axt in der Hand – das Bild hat etwas Ursprüngliches“, sagt sie schmunzelnd. Bei den Gleichmanns ist der Ofen noch neu, daher wurde das Holz bisher fertig gekauft, aber demnächst wolle sich auch ihr Mann bei den Holzarbeiten im Wald beteiligen, sagt Birgit Gleichmann. Beide Frauen wollen die besondere Wärme und Gemütlichkeit eines Holzofens nicht mehr missen – und man spare noch Geld.

Selbst in den  Wald geht Adi Becker. „Wir heizen schon immer mit Holz“, sagt der Gerblingeröder, der einen Altbau saniert hat. Mit befreundeten Männern sägt er das Holz selbst. „Das sind 45 Euro pro Schüttraummeter, das geht noch“, findet Becker. Auch er möchte nicht auf den Holzofen verzichten.

„Brennholz wird auch im Eichsfeld teurer, im Durchschnitt kann man mit 60 Euro pro Festmeter rechnen“, bestätigt Joachim Säger, der als Bezirksförster der Landwirtskammer Niedersachsen auch für Duderstadt zuständig ist. Solange der Brennholzbedarf nicht noch weiter in die Höhe schieße, sei genug da, jedoch werde nur so viel Holz geschlagen wie nachwachse, erklärt er.  Dabei betont Säger, dass die Genossenschaften und Realgemeinden als Waldbesitzer meist nur noch Brennholz für Mitglieder und langjährige Kunden abgeben würden.

Säger

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Neuen Brennholzheizern empfiehlt der Förster: „Bei Inseraten suchen und sich fertiges Holz bringen lassen oder sich im jeweiligen Wohnort erkundigen.“ Auch Säger heizt mit Holz – wegen der Gemütlichkeit, aber auch wegen der Kosten. „Erst wenn der Festmeter 100 Euro kostet, ist Holz als Brennstoff teuerer als Erdöl“, vergleicht der Förster.

Von Claudia Nachtwey

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