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Trutziges Bollwerk im Zentrum des Eichsfeldes

Scharfenstein Trutziges Bollwerk im Zentrum des Eichsfeldes

Anlässlich der urkundlichen Ersterwähnung der Burg Scharfenstein vor nunmehr 800 Jahren ist ein umfassendes Buch erschienen, in dem die Geschichte der Burg und ihrer Bewohner geschildert wird. Ebenso bietet das Werk einen Rundgang um die Burg, so, wie sie sich jetzt präsentiert. 

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Markstein in der Eichsfelder Landschaft: der vor 800 Jahren erstmals urkundlich erwähnte Scharfenstein bei Leinefelde.

Quelle: EF

Urkundlich wird die Burg Scharfenstein erstmalig im Jahre 1209 von Dietrich Böhme erwähnt. Damals gehörte das Bollwerk den Grafen von Gleichen. Im Jahre 1294 ging sie dann in den Besitz des Kurmainzer Erzstiftes über. 

Inhaltlich umfasst das im Auftrag der Stadt Leinefelde-Worbis herausgegebene Buch die Geschichte der Burg Scharfenstein von den Anfängen bis zur Gegenwart. Das so genannte Amt Scharfenstein mit den dazu gehörenden Dörfern wird schwerpunktmäßig im Zeitraum von der Mitte des 16. Jahrhunderts bis zum Ende des Mainzer Kurfürstentums zu Beginn des 19. Jahrhunderts dargestellt.

Ausgiebig gehen die Autoren des 304 Seiten starken Werkes, Josef Reinhold und Günther Henkel auch auf die Epoche der Bauernkriege im Eichsfeld ein, die das „Adelsnest“ im Jahre 1525 zerstört hinterließen. Damals war Bauernführer Heinrich Pfeiffer  (ungebetener ) „Gast“ auf dem Scharfenstein. 

Vielfältige Nutzung

Da von der Burg aus die kurmainzischen Vögte das gleichnamige Amt verwalteten, finden sich in dem Buch viele Details der Geschichte der ehemals zum  Amt Scharfenstein gehörenden Dörfer zwischen Steinbach im Westen  und Niederorschel im  Osten. Näher an der Gegenwart sind jene Passagen, die sich mit der Nutzung der Burg seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts befassen. Das Gemäuer war Sitz eines Revierförsters und  Standort für ein Kinderferienlager – aber auch immer wieder beliebtes Wanderziel. Unterhalb ihrer kräftigen Mauern fanden Lehrerkonferenzen statt und dort kämpften Sportler beim Lauf „Rund um den Scharfenstein“ um Sieg und Platz. 

Zum Abschluss  des im Duderstädter Mecke-Verlag hergestellten Buches  wird zu einem Rundgang durch das mittelalterliche Gemäuer eingeladen, dessen Nutzung im Lauf der Jahrhunderte so viele verschiedene Varianten erfahren hat. Dem aufmerksamen Betrachter bleiben Mauerreste aus staufischer Zeit und eine inzwischen wieder geschlossene Mauer-Abbruchstelle ebenso wenig verborgen, wie alte Gefängnisräume, in Stein geschlagene Jahreszahlen und das bekannte Rad, das auf die Zugehörigkeit der Anlage zum Erzstift Mainz hinweist. 

Die Neuerscheinung „800 Jahre Burg Scharfenstein – 1209 -2009“ ist erhältlich beim Bürgerbüro Leinefelde-Worbis, kann über den Buchhandel bezogen werden (ISBN 978-3-936617-89-4) und steht beim  Duderstädter Mecke Verlag zur Verfügung. Der Preis beträgt 22,90 Euro. 

                                                                                                                    Von Sebastian Rübbert

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