Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Umbenennung der Bischof-Janssen-Straße in Duderstadt noch unklar

Nach Missbrauchsvorwurf Umbenennung der Bischof-Janssen-Straße in Duderstadt noch unklar

Soll aufgrund der Missbrauchsaffäre um den ehemaligen Hildesheimer Bischof Heinrich Maria Janssen die nach ihm benannte Straße am Kolping-Ferienparadies Pferdeberg bei Duderstadt umbenannt werden? Noch gibt es darauf keine Antwort, sondern Klärungs- und Diskussionsbedarf bei Stadt und Kirche.

Voriger Artikel
Frei funken in Duderstadt
Nächster Artikel
Spritztour in Duderstadt endet beinahe im Gefängnis

Nach dem ehemaligen Bischof Heinrich Maria Janssen benannt: die Straße zum Kolping-Familienparadies Pferdeberg.

Quelle: Thiele

Duderstadt. Mit der Frage, ob das Kolping-Ferienparadies eine neue Adresse bekommen soll, haben sich bislang weder Kolping-Diözesanverband noch Kolping-Familienferienwerk befasst. Dafür ist die Enthüllung noch zu frisch. Das „Büro für Fragen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger im kirchlichen Bereich“  hatte einem ehemaligen Messdiener für sexuelle Übergriffe zwischen 1958 und 1963 eine „Anerkennungszahlung“ in Höhe von 10 000 Euro zugesprochen. Janssen, der von 1957 bis 1983 Bischof in Hildesheim war, ist vor 27 Jahren gestorben.

Die politische Entscheidung über den Straßennamen obliegt dem Rat der Stadt Duderstadt. „Zunächst ist die Sachlage in Ruhe aufzuarbeiten, um dann über eine mögliche Umbenennung zu beraten“, sagt Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU). Der Fall sei noch mit vielen Fragen verbunden: „Es geht mir wie vielen anderen, die mit tiefer Bestürzung diese Information über Janssen aufgenommen haben, der als Bischof sehr mit dem Eichsfeld verbunden und als Seelsorger beliebt war.“

Hin- und hergerissen ist auch Propst Bernd Galluschke, der von Janssen zum Diakon geweiht wurde. In der momentanen Situation sieht sich Galluschke noch nicht in der Lage, sich klar zu positionieren, muss den Schock erst einmal verarbeiten. Bei aller scheinbaren Plausibilität des Missbrauchvorwurfs werde die Wahrheitsfindung dadurch erschwert, dass Tote nicht mehr befragt werden können, meint der Propst und würde einen gemeinsamen Weg im ganzen Bistum begrüßen, wie mit Umbenennungen und weiteren Konsequenzen umzugehen sei.

Weder der Vorstand des Kolping-Diözesanverbandes noch des Kolping-Ferienwerks habe bislang Gelegenheit gehabt, die Thematik zu beraten und zu bewerten – zumal man auch wegen der Flüchtlingskrise stark gefordert sei, sagt Kolping-Diözesansekretär Josef Teltemann. Das werde aber in den nächsten Tagen geschehen. „Wir versuchen, sachgerecht auf die Situation zu reagieren, wollen aber keinen Schnellschuss machen“, meint Teltemann und berichtet von verschiedenen Reaktionen vom Schock bis zu Zweifeln.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Apfel- und Birnenmarkt in Duderstadt

©Richter