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Trasse mit Bäumen und Sträuchern eingegrünt

Umgehung Westerode Trasse mit Bäumen und Sträuchern eingegrünt

Ein gewaltiger Eingriff in die Landschaft ist der Bau der Westeröder Umgehungsstraße gewesen. Abgefedert wird er durch Ausgleichspflanzungen, die jetzt nahezu abgeschlossen sind. In diesem Jahr habe die Bäume erstmals ausgeschlagen.

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Quelle: Harald Wenzel

Westerode. 3,3 Kilometer lang ist der Abschnitt der Duderstädter Umgehung, für den die Bundesstraße 446 verlegt wurde. Die zweispurige Trasse beginnt bei Westerode und endet am Euzenberg-Kreisel. Rund 100000 Kubikmeter Erde wurden für das Projekt bewegt, 30000 Quadratmeter Asphaltdecke verbaut, Dämme aufgeschüttet, 6,5 Kilometer Gruben und Mulden, 3,5 Kilometer neue Wirtschaftswege angelegt, ein Flurbereinigungsverfahren durchgeführt. Vier neue Brücken und vier Regenrückhaltebecken, der Euzenberg-Kreisel und eine Ampel an der Abfahrt zum Gewerbegebiet Breiter Anger sind im Zuge des Umgehungsbaus geschaffen worden. Nach rund drei Jahren Bauzeit wurde die neue Straße im Oktober 2015 freigegeben. Als letzter Akt folgten landschaftspflegerische Maßnahmen. Dadurch solle die Ortsumgehung in die Landschaft integriert, die Eingriffswirkung in den Naturhaushalt kompensiert werden, sagt Günter Hartkens, Leiter der Außenstelle Goslar der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr.

Abstand zur Straße

Mit den Ausgleichspflanzungen hat die Behörde das Landschaftsplanungsbüro Daber & Kriege aus Bovenden beauftragt. Bei den Arbeiten ging es um die Bepflanzung und Pflege der Damm- und Einschnittsböschungen, um Aufforstungen, Hecken und Heister, Bäume und Grünland sowohl im trassenfernen Bereich als auch in unmittelbarer Nähe der Straße. Die Zahlen sind imposant. Rund 20000 Quadratmeter der eigentlichen Pflanzflächen sind geneigt, rund 8000 Quadratmeter eben. Zumeist wegbegleitend auf den ebenen Flächen wurden 115 hochstämmige Bäume gepflanzt: Spitzahorne, Eichen, Hainbuchen, Linden und Ulmen. Hinzu kommen mehr als 21000 kleinere baumartige und niedrigstämmige Gehölze. Diese sogenannten Heister und Stammbüsche sind auf den Böschungen gepflanzt worden. Weitere 50 Bergahorne stehen noch aus und sollen ebenfalls auf Böschungen gepflanzt werden, sagt Landschaftsplanerin Stephanie Sterzing. Die Neuanpflanzungen seien überwiegend an Feldwegen in gebührendem Abstand zur Straße gesetzt worden.

Greifvogelstangen und Schutzzäune

Auffällig sind die 25 Greifvogelstangen, die die Trasse säumen. Sie sollen nach Angaben Sterzings nach drei Jahren wieder entfernt werden und bis dahin gleich einen doppelten Zweck erfüllen: Bäume schonen und Mäuse dezimieren. "Die Greifvögel sollen sich nicht auf die frisch gepflanzten Bäume setzen", sagt Sterzing. Für die Vögel sei die Umgehung mit ihren Böschungen eine gedeckte Tafel: "Die Stangen sind auch nötig, weil es so viele Mäuse gibt."

Ebenfalls nach drei Jahren wieder abgebaut werden sollen die Zäune, die die ebenen Ausgleichsflächen in der Feldflur umgeben. Die dem Biotopverbund dienenden Ausgleichsflächen seien eingezäunt worden, um sie gegen Wildverbiss zu schützen, sagt Sterzing. Auch Bäche wurden bei der Planung berücksichtigt. An der Wipper wurde eine lange Weidenreihe gepflanzt, weitere Weiden an einem kleinen Abschnitt der Hörflöth direkt an der Trasse.

Umgehung soll fortgesetzt werden

Der Bau einer Umgehungsstraße ist immer auch ein Politikum. Mit ihrer Ablehnung einer Fortsetzung der zurzeit blind am Euzenbergkreisel endenden Duderstädter Umgehung sowie der Umgehung Obernfeld/Mingerode stehe die Grünen allein auf weiter Flur. Ihre Zustimmung zum Bau der Westeröder Umgehung haben sie inzwischen bereut. Der grüne Bundestagsabgeordnete Jürgen Trittin hat bemängelt, dass die neue Straße nicht den gewünschten Effekt habe und zu wenig angenommen werde, um Westerode zu entlasten. Der Ortsrat hofft hingegen auf eine weitere Verlagerung aus der Ortsdurchfahrt durch verkehrsberuhigende Maßnahmen für die heruntergestufte Bundesstraße. Für eine Fortsetzung der Duderstädter Umgehung bis zur  Landesgrenze, die im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegesplanes steht, macht sich die Bürgerinitiative Pro Umgehung stark.

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©Richter