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Umweltminister Stefan Wenzel auf Gut Herbigshagen

Nationales Netzwerk Natur Umweltminister Stefan Wenzel auf Gut Herbigshagen

Der Bahnstreik sorgte für einen verspäteten Auftakt, das Büffet mit der bedrohten Nutztierart Harzer Höhenvieh für Erheiterung: Noch bis zum heutigen Freitag befassen sich Vertreter von Naturschutzverbänden und -stiftungen auf Gut Herbigshagen mit dem nationalen Naturerbe.

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Begeistert  von Info-Stangen zu Lebensräumen: Minister Wenzel.

Duderstadt. Die Teilnehmer der 3. Jahrestagung des Nationalen Netzwerks Natur waren die ersten, die die noch im Aufbau befindliche neue Ausstellung der Sielmann-Stiftung zur Artenvielfalt und zum Grünen Band in der umgebauten Hofremise in Augenschein nehmen konnten.

Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) zeigte sich davon ebenso beeindruckt wie Duderstadts Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU).

„Der Unterschied könnte krasser nicht sein“, freute sich Wenzel, der das ehemalige Stadtgut zum ersten Mal vor einem Vierteljahrhundert in Augenschein genommen hat, über die dynamische Entwicklung der Stiftungszentrale. Die Tagungsgäste, zu denen auch die jetzt für den BUND tätige ehemalige grüne Umweltministerin Sachsen-Anhalts Heidrun Heidecke gehört, informierte Wenzel über die Naturschutzstrategie Niedersachsens.

Große Bedeutung des Grünen Bandes

Der Minister betonte die Bedeutung des 12 500 Kilometer langen Grünen Bandes als einzigartige europäische Initiative. Im 130 Kilometer langen Abschnitt Eichsfeld-Werratal als Bindeglied „zwischen Mittelmeer und Arktis“ müsse es weiter vorangehen.

Der Sielmann-Stiftung als Projektträger sicherte Wenzel die weitere Unterstützung der Umweltministerien Niedersachsens und Thüringen zu: „Wir wollen die Landwirte einbinden und ihre deutlichen Vorbehalte ausräumen.“
Die Artenvielfalt werde in ihrer Bedeutung häufig unterschätzt, meinte Wenzel und verdeutlichte das an der Rolle der Bienen für die Bestäubung.

Um Biodiversität, für die großflächige Wildnisbereiche unabdingbar sind, ging es auch beim Vortrag von Beate Jessel. Die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz stellte den Vertretern des Netzwerks, dessen 53 Organisationen rund 235 000 Hektar Fläche besitzen, die Entwicklung der Flächenübertragung zur Sicherung des nationalen Naturerbes vor.

Sielmann-Stiftung Partner im Netzwerk

Zurzeit geht es dort um die dritte Tranche, in der bundesweit bis 2017 weitere 31 000 Hektar übertragen werden sollen. Sielmann-Stiftungsvorstand Michael Beier äußerte Interesse an einigen Flächen, um die es dabei geht: „Die Stiftung ist gewillt, weiterhin Partner im Netzwerk zu sein und ein gehöriges Wort mitzureden.“

Durch die neue Ausstellung in der Remise, die voraussichtlich im Frühjahr 2015 für den Publikumsverkehr geöffnet wird, führte Viktoria Wille vom Berliner Architekturbüro stories-in-architecture. Das hatte den Architektenwettbewerb für die Umgestaltung der Hofscheune gewonnen und hat auch die Ausstellung mit Container-Modulen und interaktiver Medientechnik konzipiert.

Für Irritationen sorgte die Wand im Eingangsbereich mit mehr als 100 weißen Gummistiefeln – und einem aus der Reihe tanzenden kunterbunten Stiefel. „Nein, es handelt sich nicht um eine neue Schuhkollektion der Sielmann-Stiftung“, sagte Wilke und lachte: „Die Stiefel sollen an das Thema Artenvielfalt heranführen, und die Besucher durch einen Perspektivwechsel entschleunigen.“

In der Ausstellung könnten Zusammenhänge, Verknüpfungen und Abhängigkeiten in der Natur erlebt werden.  Dafür seien „narrative Erzähl- und spannende Zwischenräume“ geschaffen worden. „Einfallsreich“, „Aktion und Reaktion“, „Auf Achse“, „Gut und Böse“ oder „Heimat“  heißen die Module, in denen Artenvielfalt, das Besetzen ökologischer Nischen und Lebensräume am Grünen Band in Szene gesetzt werden.

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©Richter