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Unterschriften gegen Verbrauchermarkt in Nesselröden

350 Bürger sagen Nein Unterschriften gegen Verbrauchermarkt in Nesselröden

Gegen den Ortsratbeschluss, in Nesselröden einen neuen Verbrauchermarkt zu bauen, hat Heike Mantel im Bauausschuss der Stadt Duderstadt eine Liste mit 350 Unterschriften von besorgten Bürgern abgegeben. Darüber hinaus bat Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU), das Thema von der Tagesordnung zu streichen.

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Quelle: dpa (Symbolfoto)

Nesselröden. „Das Thema wird in Nesselröden derzeit heiß diskutiert“, erzählt Mantel, die einerseits für die SPD im Ortsrat sitzt, andererseits aber auch im derzeit bestehenden Einzelhandel des Ortes arbeitet. „Sicherlich kann ich da auch Eigeninteresse nicht absprechen, doch die Idee kam von unseren Kunden.“ Gleich nach Bekanntwerden des Vorhabens hätten die ersten nach einer Unterschriftenliste gefragt. 350 Bürger machten ihrem Unmut über die Ortsratsentscheidung Luft, immerhin rund 17 Prozent des Ortes. Und es seien nicht nur Bürger aus Nesselröden, die unterschrieben haben, erzählt Kordula Andag.

„Es waren unter anderem welche aus Werxhausen, aus Tiftlingerode, aus Desingerode und aus Böseckendorf darunter.“ Die Begründung lautet immer ähnlich. Was passiert, wenn bei der großen Handelskette die Zahlen nicht stimmen. „Dann geben die das Geschäft ganz schnell wieder auf“, vermutet Regina Wacker. Doch wenn es soweit sei, könne es für den Ort zu spät sein. „Der neue Markt gefährdet die bestehenden Geschäfte.“ Natürlich streiten auch Andag und Wacker als im Nesselröder Handel Tätige das Eigeninteresse nicht ab. Doch auch sie berichten von der Bestätigung durch Kunden, die sagen, dass „wir in Nesselröden alles haben, was wir brauchen“.

Eine Abstimmung im Bauausschuss wurde aber erst einmal vertagt. Bürgermeister Nolte bat um Streichung der entsprechenden Punkte auf der Tagesordnung. „Es haben sich neue Erkenntnisse ergeben“, verkündete er. „Die sollten nun in Ruhe zunächst erneut im Ortsrat behandelt werden.“

Doch mit diesen Ausführungen gaben sich nicht alle Ausschussmitglieder zufrieden, und auf mehrfache Aufforderung gab Nolte doch noch einige Informationen preis: „In Gesprächen mit dem Landkreis wurde die Obergrenze für die Quadratmeterzahl festgelegt.“ Und so dürfte der neue Anbieter nicht mehr 1000 sondern nur noch 800 Quadratmeter bebauen. Mehr wolle er nicht verraten, versprach aber ein jederzeit transparentes Verfahren.

„Wir wollen schließlich alle die richtige und beste Lösung für Nesselröden“, sagte Nolte, gab aber zu: „Obwohl wir das wohl erst in zehn Jahren feststellen werden.“ Für die Unterschriftenüberbringer steht die richtige Entscheidung längst fest. „Wir haben zurzeit einen lebendigen Ortskern“, sagt Heike Mantel und mit ihren Unterschriften zeigten auch die 350 Unterzeichner, dass es so bleiben solle.

rf

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