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Untersuchung zur Verbindung von Familie und Beruf

Netzwerke ausbauen, Zeiten flexibilisieren Untersuchung zur Verbindung von Familie und Beruf

Arbeit, Kinder, Freizeit – all das unter einen Hut zu bekommen, ist die tägliche Aufgabe in Duderstädter Familien, deren Nachwuchs die Kindertagesstätten in Duderstadt besucht. Deren Lebensalltag abzubilden, Probleme zu benennen und Vorschläge zur Verbesserung zu machen, hat sich Katja Neumann in ihrer Abschlussarbeit im Studiengang „Soziale Arbeit“ an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Holzminden vorgenommen.

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Quelle: Schauenberg

Duderstadt. Das Ergebnis ihrer rund ein Jahr lang andauernden Recherchen liegt nun unter dem Titel „Kinderbetreuung, Mobilität und Flexibilität von Familien im Ländlichen Raum – Ergebnisse einer Studie in Duderstadt“ vor.

In einer breit angelegten Fragebogenaktion in allen Kindertageseinrichtungen in Duderstadt hat Neumann dazu die Arbeits- und Lebensbedingungen von Eltern, deren Betreuungsunterstützungen und Mobilitätsgewohnheiten abgefragt. Angesprochen waren die Eltern von 691 Kindern, die Rücklaufquote lag bei beinahe 54 Prozent. „Das Ergebnis zeigt, wie sehr die Eltern das Thema interessiert“, wertet Neumann den Erfolg der Fragebogenaktion.

Sie stellte fest, dass die meisten Familien mit kleinen Kindern nach dem traditionellen Familienmodell aufgestellt sind: Vater geht arbeiten, Mutter verdient hinzu, überwiegend liege die Organisation des Alltags bei den Frauen. Dabei gaben 78 Prozent an, sie könnten diesen ohne Unterstützung bei der Kinderbetreuung nicht leisten. Das Problem – eigentlich ein strukturelles – werde individuell mit Bordmitteln gelöst.

„Mobilität wird im ländlichen Raum gelebt"

Hierin sieht Neumann eine Chance, das Angebot zu verbessern: „Eine Anpassung der Öffnungszeiten und die Abschaffung der Schließzeiten könnten die Eltern befähigen, Zeitkonflikte besser zu lösen und auch unabhängig von der Unterstützung weiterer Netzwerke beruflich tätig zu sein“, glaubt sie.

Zugleich sollten in den Firmen familienfreundliche Strukturen geschaffen werden. Insbesondere im Falle kleinerer Betriebe sei hier die Hilfe des Regionales Entwicklungskonzeptes Göttinger Land ins Boot zu holen. Die meisten Familien, so fand Neumann es heraus, sind mobil. Überwiegend würden Autos genutzt, ergab die Umfrage. Außerdem sei die Kommunikation über Mobiltelefone ein Thema.

„Mobilität wird im ländlichen Raum gelebt, sie kann aber problematisch werden, wenn man nicht über die dafür notwendigen Ressourcen verfügt oder das Dorf nicht an ein gutes Breitbandnetz angeschlossen ist“, so Neumann. Probleme entstünden, wenn kein Führerschein oder kein Auto vorhanden seien beziehungsweise die Zeit der Eltern durch häufiges Fahren leide.

Zur Person

Katja Neumann (39) lebt gemeinsam mit ihrem Mann und drei Kindern in Breitenberg. Nach einem ersten Studium in Sozialer Arbeit hat sie eine Familienphase gelebt, bevor sie einen zweiten Anlauf für das Studium begann, das nun mit ihrer Bachelor-of-Arts-Arbeit abgeschlossen sein wird.

Ihr Forschungsvorhaben zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf am Beispiel Duderstadt wurde durch das „Niedersächsische Vorab“ der VW Stiftung über die HAWK gefördert – und durch eine Familie, die insbesondere in den vergangenen Monaten an ihrer Seite stand.

Aufgrund ihres eigenen Hintergrundes und im Anschluss an ein Seminar zur „Frauenförderung“ entwickelte Neumann, die sich auch im Stadtelternrat engagiert, auf die Idee ihrer Untersuchung.

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