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Untreue bei Ottobock: Bauunternehmer vor Göttinger Landgericht

Betrügereien Untreue bei Ottobock: Bauunternehmer vor Göttinger Landgericht

Seit Montag steht ein 62-jähriger Bauunternehmer vor dem Göttinger Landgericht, der bei Betrügereien zulasten des Duderstädter Orthopädie-Unternehmens Ottobock einen Schaden in Höhe von gut 300.000 Euro angerichtet haben soll. Zum Prozessauftakt hüllte sich der Mann trotz der Aussicht auf eine mildere Strafe in Schweigen, obwohl in früheren Verfahren bereits viele Details bekannt geworden waren.

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Quelle: CH

Duderstadt/Göttingen. Der Prozess gegen den 62-Jährigen wegen Anstiftung zur Untreue ist das fünfte und letzte Verfahren im Untreue-Komplex bei Ottobock. In den Jahren 2006 bis 2010 hatte der ehemalige Bauleiter von Ottobock überhöhte oder komplett gefälschte Rechnungen von drei Handwerksunternehmen als sachlich richtig abgezeichnet und zur Begleichung freigegeben. Dafür hatte er von den Firmen einen Anteil der Rechnungssumme erhalten – und dafür später dreieinhalb Jahre Haft kassiert.

 

Die jetzige Anklage gegen den Bauunternehmer listet elf Scheinrechnungen ohne jede Gegenleistung mit einer Gesamthöhe von gut 300.000 Euro auf. 70.000 Euro davon sollen an den Ex-Bauleiter gegangen sein. Eine Aussage zu den Vorwürfen verweigerte der 62-jährige Unternehmer am Montag.

 

Informationen zu den elf angeklagten Fällen gab es dennoch: Der als Zeuge geladene ehemalige Bauleiter nahm sich jede einzelne der von der Staatsanwaltschaft präsentierten Rechnungen aus den Jahren 2007 bis 2009 vor. Allerdings konnte sich der ehemalige Bauleiter nicht in jedem Fall an Einzelheiten oder Inkorrektheiten dieser Rechnungen erinnern. Bei einigen hingegen schon: Hier erklärte der Zeuge, dass abgerechnete Bauleistungen nie erbracht wurden und dass einzelne Projekte nie umgesetzt wurden.

 

Angefangen habe die verhängnisvolle Zusammenarbeit mit einer Beschwerde des Bauunternehmers über Finanzprobleme wegen nicht bezahlter Rechnungen für private Bauprojekte des Ottobock-Firmenchefs Hans Georg Näder. Daraufhin habe man sich die Masche mit den getürkten Rechnungen einfallen lassen, so der Ex-Bauleiter.

 

Die Anwälte des Angeklagten suchten die Aussagen des Zeugen zu den Einzelrechnungen durch Fragen nach Details zu erschüttern – zum Beispiel nach der Art und Weise, wie Bauleiter und Unternehmer die getürkten Rechnungen miteinander abgesprochen oder ob der Bauleiter die spätere Rechnung vorformuliert habe. Wegen der Klärung von Einzelheiten dürfte sich das Verfahren noch längere Zeit hinziehen.

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Von Redakteur Matthias Heinzel

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