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Ursulinen-Schwester Radegundis feiert 100. Geburtstag

Jeden Morgen einen dicken Kaffee Ursulinen-Schwester Radegundis feiert 100. Geburtstag

Ihr Leben umfasst die Zeit von Kaiserreich, Weimarer Republik, Nationalsozialismus, Bundesrepublik und Wiedervereinigung. Am Sonntag wird Schwester Radegundis 100 Jahre alt.

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Schwester Radegundis wird am Sonntag 100 Jahre alt.

Quelle: Richter

Duderstadt. Sie lebt seit zehn Jahren im Duderstädter Ursulinen-Kloster in der Neutorstraße. Am 4. Januar 1915 wurde Maria Theresia Kief in Hildesheim geboren.

Eine gute Tasse Kaffee am Morgen muss sein. Auch heute noch. „Schon ehe es zur Schule ging, musste ich eine Tasse haben“, erzählt die Ordensschwester. „Ich bekam den dicken Kaffee, mein Vater, der ihn nicht vertrug, nur den zweiten Aufguss.“

Für die Hildesheimerin stand schon früh fest, dass sie ins Kloster gehen will. Ihre Mutter erlaubte es aber erst mit 20. Unmittelbar nach dem Geburtstag ging sie zu den Ursulinen. Ihr Noviziat absolvierte sie im Mutterhaus in Duderstadt. Ebenso fest stand für sie, dass sie Lehrerin werden wollte. Vorbild war ihr Vater, Taubstummenlehrer in Hildesheim. Auch Bruder und Schwester wurden Lehrer.

Schwester Radegundis erinnert sich an die Zeit des Nationalsozialismus und ihre Angst um ihren Vater, der taubstumme Kinder versuchte, in Familien unterzubringen, um sie zu schützen. Sie berichtet vom langen Fußweg zur Marienschule in Hildesheim mit ihrem Bruder. „Nur, wenn das Wetter ganz schlecht war, sind wir E-Tram gefahren.“

„Noch ist alles heile“

In Münster studierte die Ordensschwester Deutsch, Religion und Englisch. Als Lehrerin unterrichtete sie an der St.-Ursula-Schule in Duderstadt. Später wechselte sie zu ihrer alten Schule in Hildesheim, der Marienschule. „Ich habe nie Schwierigkeiten mit Kindern gehabt“, sagt sie.

Schwester Radegundis ist zufrieden. Den Weg ins Kloster hat sie nie bereut. Ihre Wissbegier ist geblieben. „Ich lese gerne gute Romane.“ Der Weg alleine ins Paradiesgärtchen fällt ihr zwar zunehmend schwer, aber „noch ist alles heile“, erklärt sie lächelnd. Unter den Ursulinenschwestern ist sie die erste, die das 100. Lebensjahr erreicht.

Am Sonntag kommen die Mitschwestern, um zu gratulieren, auch aus Hildesheim. Im dortigen Konvent war sie in den 80er Jahren Oberin. Heute gibt es dort nur noch drei Ursulinen-Schwestern, im Kloster in Duderstadt, das es seit 1700 gibt, leben sieben. Es wird ein Gläschen Sekt geben, mit Sicherheit auch Kaffee.

Schwester Radegundis gehört jetzt auch zum „Rat der Weisen“. Dadurch ehrt die Stadt Duderstadt ihre ältesten Bürger.

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©Richter