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Dieb kommt mit Bewährung davon

Urteil in Duderstadt Dieb kommt mit Bewährung davon

Zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten auf Bewährung hat Richter Michael Pietzek im Duderstädter Amtsgericht einen 24-Jährigen verurteilt, der wegen mehrfachen Diebstahls und Computerbetrugs angeklagt war. Der Mann hatte ein Geständnis abgelegt, das sich strafmildernd auswirkte.

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Quelle: dpa

Duderstadt. So hatte der Angeklagte, der sich beim ersten Verhandlungstermin unzugänglich gezeigt hatte, beim zweiten Termin zu Beginn alle Taten gestanden. Diebstahl in sechs Fällen - davon zwei schwere - sowie Computerbetrug in einem Fall lautete die Anklage. Alle Taten seien im Sommer 2015 innerhalb eines Monats begangen worden.

Fünf Abhebungen -jede wird als eigene Tat gewertet

Aus dem Computerbetrug in einem Fall wurde im Verlauf der Verhandlung Computerbetrug in fünf Fällen: Der Angeklagte hatte mit der EC-Karte einer Bekannten unerlaubt etwa 350 Euro abgehoben. Das hatte er nicht in einem Abhebevorgang getan, sondern in etwa fünf Vorgängen, wie von Richter Michael Pietzek und dem Angeklagten vermutet wurde, jedoch nicht rekonstruiert werden konnte. Jede Abhebung wurde als eigene Tat gewertet.

Die EC-Karte habe er der Bekannten, die ihn übergangsweise bei sich wohnen ließ, nicht geklaut, wie der Angeklagte angab, sondern sie habe ihm die Karte mit PIN zum Einkaufen gegeben. Die Geschädigte trat nicht als Zeugin auf.

Auf die Frage, wofür er das Geld brauchte, sagte der 24-Jährige, dass er Drogenschulden bezahlen musste. Sowieso hingen alle Taten mit seinem Drogenkonsum zusammen, teilte der 24-Jährige mit. Er sei bereits „einschlägig vorbestraft“, so die Staatsanwaltschaft.

Ob das Fahrrad abgeschlossen

war, blieb ungeklärt

Eine Unstimmigkeit blieb trotz Geständnis: Bei einem Diebstahl gab der Bestohlene an, sein Fahrrad angeschlossen zu haben, der Angeklagte blieb bei seiner Aussage, dass das Fahrrad nicht angeschlossen gewesen sei. Da auch dies nicht rekonstruierbar war, wurde der Diebstahl in der Urteilsverkündung doch als einfacher Diebstahl gewertet.

Die Staatsanwaltschaft forderte, die Freiheitsstrafe nicht auf Bewährung auszusetzen - „keine günstige Sozialprognose“, „keine Schadenswiedergutmachungen“, „keine Entschuldigungen“, so die Argumentation, auch wenn Geständnis sowie der Zusammenhang mit der Drogenabhängigkeit sich strafmildernd auswirkten. Der Verteidiger nannte als weitere strafmildernde Aspekte, dass der Angeklagte unter einer depressiven Erkrankung leide und seit etwa zwei Monaten beim LEB an einem Berufsprojekt teilnehme. Richter Pietzek begründete die Bewährungsstrafe auch damit, dass der 24-Jährige nun seit 15 Monaten straffrei sei. hsc

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