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Vattenfall plant Windpark

Grünes Licht für Sondergebiet Vattenfall plant Windpark

Nach dem Gemeinden Rollshausen und Rüdershausen hat auch der Flecken Gieboldehausen der Ausweisung eines Sondergebietes für Windkraftanlagen zugestimmt. Hintergrund ist eine Anfrage des schwedischen Stromkonzerns Vattenfall. Das Unternehmen sondiert zurzeit die Möglichkeit, im Untereichsfeld einen Windpark zu errichten.

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Auf dem Gebiet von drei Gemeinden: Zwischen Lohberg und Hellberg sind bis zu sieben Windkraftanlagen angedacht.

Quelle: Scharf

Bis 2013 will die Vattenfall-Gruppe, deren Pläne für neue Kohlekraftwerke Kritik geerntet haben, rund 3,4 Milliarden Euro in den Ausbau der Windenergie investieren. Neben Offshore-Windparks hat die für die Bündelung des Windkraftgeschäftes in Deutschland und Polen gegründete Vattenfall Europe Windkraft GmbH mit Sitz in Hamburg dabei auch das Festland im Blick.

Für das Eichsfeld angedacht ist ein Windpark mit je drei Anlagen in den Gemarkungen Gieboldehausen und Rollshausen sowie einem weiteren Windrad in der Gemarkung Rüdershausen. Noch angehört werden muss die östlich davon gelegene Gemeinde Wollershausen, die bei tief stehender Abendsonne durch den visuellen Ventilatoreffekt der Windräder beeinträchtigt werden könnte. Die genauen Standorte für die Windräder stehen noch nicht fest. Dafür vorgesehen ist der Grenzbereich der drei Gemarkungen südlich vom Gieboldehäuser Baugebiet Vogelsburg und dem Großen Lohberg, zwischen Bundesstraße 247, Pinekken- und Mittelberg.

Der Bauausschuss des Fleckens hat einmütig einer Änderung des Flächennutzungsplanes der Samtgemeinde mit der Einschränkung zugestimmt, dass das erste Windrad in der Gemarkung Gieboldehausen erst einen Kilometer südlich der Grenze zum derzeitigen Landschaftsschutzgebiet aufgestellt werden darf. Dadurch soll die Option gesichert werden, bei Bedarf weiteres Bauland südlich des Baugebietes „Südliche Vogelsburg“ ausweisen zu können.

„Wir sollten uns dem Windkraft-Vorhaben nicht verschließen“, meint Gieboldehausens Bürgermeister Norbert Leineweber (CDU): „Windräder stören vielleicht ein wenig die Landschaftsoptik, tun aber nicht weh, sind effektiver als Photovoltaik und ein Beitrag zum aktiven Umwelt- und Klimaschutz.“ Die Ansichten darüber hätten sich im vergangenen Jahrzehnt erheblich verändert, räumt Leineweber ein und erinnert an den Streit um die Windräder im Bereich der Wallfahrtsstätte Höherberg. Die in Nähe des „heiligen Berges des Eichsfelds“ geplanten Anlagen hatten einen Sturm der Entrüstung ausgelöst, der erst mit Ausweichen auf Kompromiss-Standorte auf dem Sonnen- und Hellenberg abgeflaut war. Im aktuellen Fall sei die Situation anders als auf dem Höherberg, merkt Otmar Pfeifenbring (SPD) an: „Die Windräder im Planungsbereich stören nicht.“ Maria Bock (CDU) plädiert ebenfalls für den Ausbau regenerativer Energiequellen – „auch mit Blick auf den Ausstieg aus der Atomenergie“. Lediglich der Standort müsse eingeschränkt werden. Zusätzlich überzeugt hat die Politiker, dass durch die Konzerneinbindung der Vattenfall Windkraft GmbH noch vor Erreichen der Gewinnzone vom ersten Betriebsjahr an Gewerbesteuer an die Gemeinden gezahlt würde. Und dass alle Gutachten und Planänderungen vom Unternehmen bezahlt würden.
Die Firma Vattenfall will nach Zustimmung der betroffenen Gemeinden als nächsten Schritt Kontakt mit Grundeigentümern auf- und Windmessungen vornehmen. Dann will sie erneut an die Gemeinden herantreten. Von den Messungen hängt ab, welcher Windradtyp ausgewählt wird. Zurzeit betreibt die Firma 48 verschiedene Typen von elf Herstellern. Absehbar sind Anlagen mit einer Nennleistung von zwei bis drei Megawatt und einer Nabenhöhe von mehr als 100 Metern. Mit einem Rotordurchmesser von 100 Metern wäre damit eine Gesamthöhe von rund 180 Metern möglich. Anders als die 100 Meter nicht überschreitenden Windräder auf Sonnen- und Hellenberg, deren Nennleistung noch im Kilowattbereich liegt, müssten diese Windkraftanlagen zwecks Flugsicherung mit optischen Signalen „befeuert“ werden.

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©Richter