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Verkaufsstopp für Erdgas-Tankstellen

Konzerne ziehen Notbremse Verkaufsstopp für Erdgas-Tankstellen

Die Gasexplosion auf der Aral-Tankstelle an der Charlottenburger Straße schlägt bundesweit Wellen. Der Aral-Konzern hat den Betreibern seiner 190 Tankstellen mit Erdgas-Zapfsäulen empfohlen, den Verkauf von Erdgas einzustellen. Esso, Shell und Jet haben sich der Empfehlung angeschlossen. Deutschlandweit gibt es rund 900 Erdgas-Tankstellen.

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Explodierter Touran an der Duderstädter Aral-Tankstelle.

Quelle: Arne Bänsch

Duderstadt. Der 58-jährige Touran-Fahrer wird seit der Explosion seines Volkswagens am Freitagabend im Duderstädter Krankenhaus behandelt. Die Staatsanwaltschaft Göttingen hat ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung eingeleitet. Der Patient müsse weiter genesen und wünsche vorerst keinen Medienkontakt, sagt Christine Kunkies vom Vinzenz-Verbund als Träger des Krankenhauses. Es habe bereits ein Fernsehteam vor der Klinik gestanden, das wieder fortgeschickt worden sei.

Die Verkaufsstopp-Empfehlung gelte sowohl für unternehmenseigene als auch Eigentümertankstellen, sagt Aral-Sprecher Peter Alexewicz und spricht von einer Vorsichtsmaßnahme bis zum Abschluss der Untersuchungen. Die Aral-Tankstellenbetreiber sollten Kontakt zu den lokalen Erdgaslieferanten aufnehmen.

Im Fall der Duderstädter Tankstelle, deren Erdgas-Zapfsäule nach der Explosion auf noch nicht absehbare Zeit gesperrt bleibt, ist das Harz Energie (HE). „Wir stehen in ständigem Dialog mit dem Aral-Konzern und Tankstellenbetreibern“, sagt Unternehmenssprecher Jan Mohr. Der Verkaufsstopp betreffe auch zwei weitere von HE belieferte Aral-Tankstellen in Osterode und Goslar. Für den Fuhrpark von HE mit mehr als 50 Erdgasfahrzeugen werde zurzeit auf Benzin ausgewichen - bis hin zu Modellen mit nur 12-Liter-Nottank. Die Stadtwerke Göttingen haben die Verkaufsstopp-Empfehlung an die Esso-Station in der Kasseler Landstraße und die Aral-Station in der Hannoverschen Straße weitergeleitet.

Bei dem Unfall in Duderstadt war eine der vier Gasflaschen des Tourans beim Tankvorgang explodiert. Als Baujahr des Fahrzeugs bestätigt die Polizei 2006. Damit gehört der Touran zu den mehr als 30 000 Fahrzeugen der Modelle Caddy, Passat und Touran der Jahrgänge 2006 bis 2010, für die Volkswagen im Juli eine Rückrufaktion gestartet hat, die im August ausgeweitet wurde.

Die durch Trümmerteile verursachten Sachschäden auf dem Tankstellengelände werden von einem Gutachter gesichtet, der Touran in Göttingen durch einen Sachverständigen untersucht, die Gasbehälter hat die Firma UTM (Umwelt-Technik-Metallrecycling) nach Lübeck mitgenommen. Deren Geschäftsführer Michael Frank hatte schon beim Einsatz in Duderstadt angemerkt, dass die Außenhaut des geborstenen Gastanks offensichtlich durch mangelnden Korrosionsschutz beschädigt gewesen sei. Die beiden kleineren der vier Gasflaschen seien schon einmal ausgetauscht worden und relativ neuwertig.

VW in der Pflicht

Unverständnis über Tankvorgang: Eine Stellungnahme zur Gasexplosion in Duderstadt hat die Initiative Zukunft Erdgas abgegeben. Der Dachverband der deutschen Erdgaswirtschaft sieht den Hersteller VW in der Pflicht, zu prüfen, ob die Rückrufaktion den Fahrer erreicht habe und wie das bei allen anderen betroffenen Autofahrern sichergestellt werde. Es sei unverstänlich, wieso der Touran ecofuel trotz des bekannten Risikos mit Erdgas betankt wurde. Der Verband geht davon aus, dass alle Erdgastankstellen kurzfristig von den Mineralölunternehmen wieder freigegeben werden.

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©Richter