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Verlängerung für Herausforderung Inklusion

1,4 Millionen Euro Investitionsbedarf Verlängerung für Herausforderung Inklusion

Die Samtgemeinde nimmt für ihre Grundschulen die vom Land ermöglichte Verlängerung der Übergangsfrist zur Einführung der Inklusion in Anspruch. Die Schulen sollen statt bis 2018 jetzt bis 2024 entsprechend ausgestattet werden.

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Quelle: dpa

Gieboldehausen. Bis dahin bleibt die Grundschule Gieboldehausen weiterhin Schwerpunktschule für die Förderbereiche geistige, körperliche und motorische Entwicklung, Sehen und Hören. Um alle sechs Grundschulgebäude barrierefrei zu gestalten, mit Pflegeräumen und Hilfsmitteln auszustatten, sind Investitionen in Höhe von rund 1,4 Millionen Euro erforderlich.

Elf inklusive Schüler

„Die Samtgemeinde hat Schulen mit älterer Bausubstanz und deshalb einen hohen Umbaubedarf“, sagt Bürgermeisterin Marlies Dornieden (CDU): „Wir versuchen eine flexible Handhabung und kommen Eltern in Einzelfällen bei Standortwünschen für die Beschulung entgegen.“ Im laufenden Schulhalbjahr werden in Gieboldehausen elf Kinder inklusiv beschult, fünf in Rhumspringe, jeweils vier an den Grundschulen Bilshausen, Obernfeld und Krebeck/Bodensee.

Mit Ausnahme von drei Kindern in Gieboldehausen und einem Einzelfall in Bilshausen beschränkt sich der sonderpädagogische Bedarf auf die Förderschwerpunkte, Lernen, Sprache, emotionale und soziale Entwicklung.

Über die Verlängerung der Übergangsfrist besteht parteiübergreifend Einigkeit unter den Mandatsträgern der Samtgemeinde. Gegebenenfalls sollte über den Städte- und Gemeindebund versucht werden, die Inklusionsverpflichtung auf die dauerhafte Einrichtung einer Schwerpunktschule und damit den Investitionsaufwand zu begrenzen, heißt es in der Beschlussvorlage.

Inklusion sei eine mit erheblichen Kosten verbundene gesellschaftspolitische Herausforderung, sagt der Gieboldehäuser Schulleiter Ulrich Haase und rechnet noch mit Modifikationen. Es gebe positive Beispiele, aber auch Verlierer. In der Praxis würden die Schulen oft alleingelassen, die Stundenzahl reiche nicht aus, um den zusätzlichen pädgogischen Bedarf aufzufangen. Für das teilweise schwierige häusliche Umfeld würden Familienhelfer eingesetzt.

Hohe Investitionen nötig

Für die Ringschule Bodensee-Krebeck seien erst ab 2023 Mittel vorgesehen, merkt Reinhard Dierkes (SPD) mit Blick auf die Standortdiskussion an: „Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.“ In die beiden Schulgebäude mit einem Restbuchwert von jeweils unter 40 000 Euro müsste eine sechsstellige Summe investiert werden, bestätigt Dornieden: „Wir werden auch Weichen für Schulstandorte stellen müssen, und auch die Flüchtlingskinder werden die weitere Entwicklung beeinflussen.“

„Die Zeit wird es zeigen“, sagt Norbert Leineweber (CDU), begrüßt die Verlängerung, teilt die Standort-Skepsis und bedauert die „faktische Abschaffung der Förderschulen“. Auch Dierkes ist sich nicht sicher, ob Inklusion in jedem Fall das Richtige ist: „Es geht auch Schutzraum verloren, den allgemeinbildende Grundschulen nicht bieten können.“

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©Richter