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Verlorene Hoffnung im Fundbüro

Vernissage im Bürgersaal Verlorene Hoffnung im Fundbüro

Kein Platz ist freigeblieben im Bürgersaal des Rathauses zur Vernissage des Kunstvereins Kontura. Der dritte Teil der Konzeptausstellung Kontura 06 mit Werken zum Thema Hoffnung wird noch bis Sonntag, 7. August, präsentiert. Auch internationale Künstler haben sich beteiligt.

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Die Duderstädter Künstler Lüder und Christiane Mosler setzen das Thema Hoffnung mit einem Augenzwinkern auf der Bühne um.

Quelle: Niklas Richter

Duderstadt. „Wir haben Hoffnung, dass auch noch das letzte Bild rechtzeitig bei uns eintreffen wird“, sagte Christiane Mosler als Vorsitzende des Kunstvereins kurz vor Eröffnung der Vernissage. Das steckte nämlich im Zoll fest, und nun warteten die Duderstädter Künstler auf den Kurierdienst. Der freie Platz an der Ausstellungswand war schon mit dem Namen der mexikanischen Künstlerin versehen: Atziri Perez Galindo hatte die „Healing Stones“ gemalt, die aber noch nicht angekommen waren.

Öffnungszeiten

Die Ausstellung im Rathaus ist täglich von 11 bis 16 Uhr zu sehen.

Die Hoffnung erfüllte sich dann bei den ersten Klängen sphärischer Musik von Sabine Gottschalk und Dietmar Hagemeyer von der Kreismusikschule. Der Kurierdienst hatte mit den heilenden Steinen sein Ziel erreicht, die Ausstellung komplettierte sich.

Weniger spirituell, dafür sehr reell sind dagegen die Fotografien der zweiten mexikanischen Künstlerin. Maria Elena Vagas Magana hatte südamerikanische Flüchtlinge auf ihrem Weg nach USA fotografiert. Nur für einen kurzen Moment hatten sich Fotografin und Flüchtlinge getroffen. Ob sich die Hoffnung dieser Menschen, die „immer nach Norden“ unterwegs waren, erfüllt hat, weiß niemand.

Aus dem Irak stammt der Künstler Maki, der schon in seiner Heimat große Anerkennung genossen hatte. Nun lebt er in Göttingen. Mit Bronzestatuen, schmale Gestalten, die in Bewegung zu sein, aber sich dabei materiell beinahe aufzulösen scheinen, bereichert er die Kontura 06.

Frieden um die Welt schicken

Wer Frieden will: So nennt der Kontura-Künstler Manfred Pilz seine Installation auf dem Balkon des Duderstädter Rathauses. Soldatenhelme geben dem Thema Hoffnung der Konzeptausstellung eine ganz bestimmte und zeitlose Richtung. Angst vor Krieg und Gewalt herrscht weltweit, Sehnsucht nach Frieden ist ein verbindendes Element der Hoffnung. Diese grenzenlose Verbindung will Pilz noch in ganz anderer Form forcieren. Ein Gedicht des Künstler heißt ebenfalls „Wer Frieden will“. Das Gedicht möchte er nun in möglichst verschiedenen Sprachen um die Welt schicken. Dazu werden Menschen gesucht, die die Worte in andere Sprachen übersetzen können. Wer also dem Friedensgedicht dazu verhelfen möchte, auch in anderen Sprachen verstanden zu werden, kann sich mit dem Künstler in Verbindung setzen: Manfred Pilz, Telefon 0171/ 8735344 oder mapi42@kabelmail.de.

Auch die Duderstädter Künstler sind auf ganz unterschiedliche Weise an das Thema herangegangen. Heiter oder schwermütig, in hellen oder dunklen Farben, mit realen, politischen oder futuristischen Hintergründen erzählen die Werke von den Hoffnungen der Menschheit.

Humoristisch, aber auch nachdenklich stimmend, haben Christiane und Lüder Mosler die Hoffnung verloren und doch wiedergefunden - in einem kurzen Bühnenstück. Die verlorene Hoffnung wurde im Fundbüro abgegeben. Ein Beipackzettel verriet einiges über das gute Stück: Nebenwirkungen seien Angst, Sorge, aber auch Kreativität und Optimismus oder sogar Größenwahn. Auf die richtige Dosierung käme es eben an, zu viel davon könne tödlich sein - zu wenig auch.

Lothar Koch, Ehrenbürgermeister der Stadt Duderstadt (CDU), hatte die Gäste zur Vernissage im Bürgersaal begrüßt. Er thematisierte die Hoffnung auch in Bezug auf die aktuellen Ereignisse in Nizza und darauf, dass Terror, Anschläge und Gewalt enden mögen.

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©Richter