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Viele Pferde und aktive Vereine in Billingshausen

Bovender Ortsteile, Teil 3: Viele Pferde und aktive Vereine in Billingshausen

Rund 14 350 Menschen leben im Flecken Bovenden. Die 1000-jährige Burg Plesse ist das Wahrzeichen der Gemeinde. Wie lebt es sich in den acht Bovender Ortsteilen, und was zeichnet sie aus? Heute: Billingshausen, der einst zweigeteilte Ort.

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Billingshausen. Zwei Kirchen, zwei Schulen, zwei Bürgermeister – und eine Grenze, die ein Haus zerschnitt.

Das Dorf Billingshausen teilten sich in früheren Zeiten die Adelsgeschlechter derer zu Plesse und von Hardenberg. Auch wenn Eddigehausen der Burgruine näher liegt: „Die Plesse steht eigentlich auf Billingshäuser Gebiet“, sagt Ortsbürgermeister Helmut Pinnecke mit einem Anflug von Lokalpatriotismus.

Von der Zweiteilung, die immerhin bis zur Gebietsreform 1973 anhielt, ist nichts mehr zu spüren. 2010 wurden die Kichengemeinden zusammengelegt, was die Anzahl der genutzten Gotteshäuser reduziert hat. Pinnecke hat als Ortsbürgermeister keinen Gegenpart, und eine Schule gibt es nicht mehr.

Dafür allerdings eine Kindertagesstätte mit einer integrativen Gruppe für 17 Jungen und Mädchen – zu wenig aus seiner Sicht: „Es gibt eine Warteliste, die Eltern weichen schon nach Eddigehausen aus“, sagt der Ortsbürgermeister bedauernd.

Billingshausen gilt wegen seiner vier Pferdehöfe als Pferdedorf. Es gibt außerdem Malerbetrieb, Gartenbauunternehmen, Baustoffhandel, Schlosser, Friseur und Physiotherapeut, aktive Vereine, eine mit Spanbeck kooperierende Freiwillige Feuerwehr sowie „eine gute dörfliche Gemeinschaft“. Viele Gründe, warum Pinnecke seinen Wohnort schätzt – abgesehen von der Ruhe, den Hügeln ringsum und dem Plessewald.

Ortsheimatpfleger Horst-Günther Bothmann, seit Mai im Amt, nennt einen weiteren Vorzug: „Die Nähe zu Göttingen, ich bin 40 Jahre lang nur 12 Kilometer bis zu meinem Arbeitsplatz gefahren.“ Auch die Busverbindungen „haben sich gegenüber früheren Jahren sehr verbessert“.  

Menschen von außerhalb wissen dies offenbar zu schätzen. Das Baugebiet Briemenberg ist vermarktet. Pinnecke: „Danach haben wir nichts neues anzubieten, nur noch Baulücken.“ Viele Leerstände gebe es nicht, sogar ein zartes Bevölkerungswachstum:

Heute wohnen in Billingshausen 708 Einwohner, 18 Menschen mehr als im Jahr 2014. Damit das so bleibt, hofft der Ortsbürgermeister auf Unterstützung des Fleckens Bovenden: „Der Kindergarten und die Grundschule Reyershausen sollten erhalten bleiben.“

Und ungeachtet der Tatsache, dass sich bislang kein Verein für die Trägerschaft des Dorfgemeinschaftshauses gefunden habe: Für Instandsetzungsarbeiten am DGH sei versucht worden, Mittel aus dem Dorferneuerungsprogramm einzuwerben, „aber das pausiert seit zwei Jahren“. Eine Fortführung wünscht sich Pinnecke „dringlich“.

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©Richter