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Vier Jahre wegen Raubes und weiterer Straftaten

Amtsgericht Duderstadt Vier Jahre wegen Raubes und weiterer Straftaten

Zu einer Strafe von vier Jahren hat Richter Michael Pietzek einen Angeklagten verurteilt, der wegen Raubes in Verbindung mit vorsätzlicher Körperverletzung, schweren Diebstahls sowie vierfacher Urkundenfälschung in drei Fällen in Verbindung mit Computerbetruges vor dem Amtsgericht Duderstadt stand.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Duderstadt. Während die Verteidigung und der Angeklagte auf die Anwendung von Paragraf 64 des Strafgesetzbuches plädierte, also die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt, war dieses für den Staatsanwalt keine Option. Auch der Richter sah keine Hinweise, dass die Taten von Drogen beeinflusst worden seien. Die ihm vorgeworfenen Taten hatte der Angeklagte in der Beweisaufnahme in vollem Umfang gestanden. Dadurch sei nach Angabe seines Verteidigers die komplette Aufklärung erst möglich gewesen, was für eine Strafmilderung spreche. Allerdings waren sowohl Staatsanwalt als auch Richter der Meinung, dass dem Angeklagten, der bereits im Vorfeld mehrfach straffällig geworden sei, durch die zahlreichen Zeugenaussagen keine andere Möglichkeit geblieben sei.

Raub mit vorsätzlicher Körperverletzung

Raub sei die schwerwiegendste der verhandelten Straftaten, erklärte der Staatsanwalt. Der Angeklagte habe sich der damals fast 60-jährigen Geschädigten am 11. Januar 2016 im Wulfertal in Duderstadt von hinten genähert, um ihr eine Tasche zu entreißen. Der Tasche habe er 170 Euro entnommen und sie auf dem Friedhof deponiert, um später das darin enthaltene Handy zu holen. Der Staatsanwalt sprach von „professioneller Beutesicherung“. Weil der Angeklagte die Überfallene bei der Tat zu Boden geworfen habe, habe diese Frakturen am Kreuzbein, Fersenbein und einem Finger erlitten, so der Staatsanwalt und verwies auch auf psychische Nachwirkungen. Für die Tat forderte er als unterstes Maß zwei Jahre und sechs Monate. Darin sei bereits enthalten, dass dem Angeklagten die Tat bei der direkten Konfrontation offensichtlich leid getan habe, ebenso wie seine Entschuldigung und die Anerkenntnis von 7500 Euro.

Schwerer Diebstahl

Für den schweren Diebstahl forderte der Staatsanwalt ein Jahr und drei Monate als Mindeststrafe. Der Angeklagte habe zwischen Weihnachten und Silvester 2015 mit seiner damaligen Freundin, die bei einem Pflegedienst arbeitete, einen Kunden des Unternehmens bestohlen. Dazu habe er den Schlüssel zur Wohnung aus dem Pflegedienst geholt. In der Wohnung habe er zumindest zwei Geldkassetten entwendet. Den Wohnungsschlüssel habe er zurückgebracht, wobei der noch die Kaffeekasse des Pflegedienstes mitnahm. Einer Geldkassette hätte er 1800 Euro und einen alten Überweisungsträger entnommen.

"Professionelle Art"

Nachdem das Geld ausgegeben war, hätte das Duo begonnen Überweisungsträger auszufüllen, um an neues Geld zu kommen, so der Staatsanwalt weiter. Dazu fälschten sie die Unterschrift des Kunden. Der erste Versuch mit 1300 Euro misslang, beim zweiten zahlte eine Komplizin, die ihr Bankkonto zur Verfügung gestellt hatte, die 2500 Euro nicht aus, weil sie es angeblich zurück überwiesen hätte. Erst die Versuche drei und vier mit 2500 und 1200 Euro und einem neuen Komplizen funktionierten. Hier sprach der Staatsanwalt von einer „professionellen Art, geldwäschemäßig einen Dritten an Bord zu holen“ und forderte für die einzelnen Fälle acht, zehn, neun und acht Monate.

Verzicht auf Gesamtstrafmaß

Für alle Taten forderte der Staatsanwalt eine Gesamtfreiheitsstrafe von vier Jahren, der das Gericht nachkam. Der Richter verzichtete darauf, die noch nicht beziehungsweise nur zum Teil abgegoltenen Strafen von sechs Monaten und zwei Wochen sowie von einem Jahr zu einem Gesamtstrafmaß zusammenzufassen. Derzeit sei ein weiteres Verfahren in der Schwebe, bei dem der Angeklagte gegen die Strafe von einem Jahr und acht Monaten wegen gefährlicher Körperverletzung Widerspruch eingelegt habe. Nach diesem Prozess wäre dann ein erneutes Gesamtstrafmaß notwendig geworden.

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