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Vision für Ziegeleigelände Duderstadt fertiggestellt

Modernes Leben auf historischem Boden Vision für Ziegeleigelände Duderstadt fertiggestellt

Den Genius Loci erhalten und dabei Ideen von modernem Leben realisieren – diesen Gedanken hat Teresa Bertram ihrer Masterthesis für das Gelände der Ziegelei Bernhard zugrunde gelegt. Was bisher Vision ist, könnte eines Tages Realität werden. Ein Antrag auf Umwandlung des Geländes ist bereits gestellt.

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  1. Schorsteine: Markanter Punkt mit Wiedererkennungswert, der ber Veranstaltungen angestrahlt werden könnte.
  2. Historische Gebäude: Ort für städtische und private Großveranstaltungen.
  3. Freifläche: Nutzbar für Außenveranstaltungen wie Konzerte oder Ausstellungen, Flohmärkte oder Freizeitaktivitäten.
  4. Wohngebäude: Individuell und barrierefrei, flexibel vergrößer- oder verkleinerbar.
  5. Grünfläche: Ungewöhnliche Topografie durch Lehmabbau. Freifläche mit Raum für Pflanzen, Zuwegung zum See.
  6. Öffentliche Themengärten: Obstgarten, Entspannungsgärten, Kreativgärten etc.

Duderstadt. 2012 haben die Ziegelwerke Bernhard den Betrieb eingestellt.

„Was macht man mit solch einem Areal?“, habe sich die 29-Jährige Bertram gefragt, als sie sich an ihre Masterarbeit setzte. Immerhin geht es um 190 000 Quadratmeter, von denen rund 20 000 für Bebauung zur Verfügung stehen könnten – Platz für 50 Wohnhäuser. Und es gibt einen stadtbildprägenden Altbestand aus historischen Backsteingebäuden mit den markanten Schornsteinen.

In Bertrams Plänen sollen die Hallen als Veranstaltungs- und Begegnungsstätte und Tummelplatz für Künstler und Kreative genutzt werden. Städtische und private Großveranstaltungen könnten hier realisiert werden, Ateliers untergebracht und Seminarräume eingerichtet werden, Kitas oder Läden Platz finden, so ihr Entwurf.

Lage und Infrstruktur böten in Kombination mit den baulichen Gegebenheiten, am „Eingang zur Stadt“ attraktiven Wohnraum für Duderstädter und Pendler beispielsweise nach Göttingen zu errichten – erst recht nach der Fertigstellung der Umgehungsstraßen, glaubt Bertram. In fußläufiger Entfernung zu Innenstadt könnte ein „kommunikativer Bereich zum Leben und Arbeiten“ entstehen.

Umgeben von einer weitläufig Naturlandschaft sollen – so die Pläne – öffentliche Themengärten entstehen. Daneben sei Platz für Wohnraum, der nach aus den individuellen Bedürfnissen der späteren Bewohner zusammengestellt werden könne. Ein Single-Häuschen mit Atelier neben einem Familienhaus mit Garten und Garage, dazwischen Platz für eine Wohngemeinschaft für Senioren oder ein kombiniertes Wohn-Arbeits-Gebäude – alles sei denkbar.

Ermöglicht werde die flexible Bauweise durch „Pixel“, Bausteine, die in verschiedenen Größen und für unterschiedliche Nutzung aus einem Katalog gewählt werden können und auf einem Grundlinienraster von je fünf mal fünf Metern angeordnet werden.

„Daraus ergibt sich ein buntes Bild“, glaubt Bertram – und damit sähe die Wohnlandschaft gänzlich anders aus als ein übliches Wohngebiet. Zwischen den Wohnbauten und den historischen Gebäuden wäre Platz für Parkplätze, aber auch für Außenbühnen, Ausstellungsräume, Flohmärkte oder Freizeitveranstaltungen.

Einen ersten Einblick in die Ideen, die Bertram für ihre Masterarbeit zur Stadtentwicklung an der Universität Hannover im Fachbereich Architetur entwickelt und ausgearbeitet hat, haben im Juni die Teilnehmer der Zukunftskonferenz „Duderstadt 2030“ bekommen.

Auch Vertreter der politischen Gremien seien bereits über das Projekt informiert worden, berichten Michael Schmutzer und Gudrun Bernhard-Schmutzer. Sie warten nun auf eine Entscheidung darüber, ob das Firmengelände auch für Wohnnutzung verfügbar gemacht werden kann. Einen entsprechenden Antrag hat die Firma Ziegelwerke Bernhard bereits im Juli gestellt.

„Es stehen innenstadtnah fast keine Bauplätze zur Verfügung“, begründet Bernhard-Schmutzer sie ihr Vorhaben. Außerdem wäre dort ein nachhaltiges Bauen auf  bereits versiegelten und erschlossenen Flächen möglich. Gas, Wasser, Strom, Telekommunikation und Internet seien ebenfalls bereits vorhanden. „der Entwurf soll als Diskussionsgrundlage zum Thema Stadtentwicklung dienen“, erklärt sie.  

Diese und weitere Ideen aus der Zukunftskonferenz werden auf duderstadt2030.de präsentiert.

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