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Vogelvielfaltnicht durch Windkraft bedroht

„Windenergie ist das kleinere Übel“ Vogelvielfaltnicht durch Windkraft bedroht

Eine Versachlichung der häufig emotional geführten Kontroverse über Windkraftanlagen mahnt Franz-Josef Lange an. Der Regionalbeauftragte für Naturschutz in der Samtgemeinde Gieboldehausen   und Hobby-Ornithologe relativiert die immer wieder ins Feld geführte Gefährdung vieler Vogel- und Fledermausarten durch Windräder, ohne dieses Risiko ausklammern zu wollen.

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Naturschutzer sehen in Windrädern nur das kleinere Übel für die Vogelvielfalt.

Quelle: Kunze

Rüdershausen. Für bedenklicher als den Ausbau der Windenergie hält Lange die Nutzungsintensivierung in der Landwirtschaft.

Die Verluste durch Pestizide in der Landwirtschaft, durch  Hauskatzen, Vogelschlag im Straßenverkehr, an Glasscheiben und durch Stromleitungen stünden in keiner Relation zu den Auswirkungen von Windenergieanlagen.
„Im Grunde genommen ist eine Windkraftanlage in einer Kultursteppe kein wesentlicher Fremdkörper“, meint Lange:

„Letztlich verspricht wohl nur die großflächige Extensivierung und Förderung des ökologischen Landbaus dauerhaft Erfolg, um den Trend des derzeitigen Artensterbens, also auch des Rotmilans, zu beenden. Die behutsame Nutzung der Windenergie ist hierbei ganz bestimmt das kleinere Übel.“

Pro und Contra

Um die Verluste bedrohter Arten durch Windräder so gering wie möglich zu halten, gebe es Ausschlusskriterien sowie komplexe und strenge Genehmigungsverfahren. Um gefährdete Tiere von den möglicherweise todbringenden Windkraftanlagen fernzuhalten, würden sich Ausgleichsmaßnahmen in der offenen Landschaft anbieten.

Hier sei besonders die Landwirtschaft gefordert – mit Brachen, Vegetation an Feldrainen, blütenreichen Säumen und Beeren tragenden Sträuchern: „Diese natürlichen Anziehungsgebiete für Vögel und Fledermäuse in angemessener Entfernung von Windkraftanlagen können als Korridore insbesondere in den Zugzeiten dienen.“

Im Bereich der Rotoren von Windrädern seien landwirtschaftliche Nutzungen gezielt so zu wählen oder festzulegen, dass sie besonders Greifvögeln und Fledermäusen keinen Anlass zur Futtersuche bieten, meint Lange.

Für die Windenergienutzung spreche die fatale Verbrennung fossiler Rohstoffe und die damit verbundene Klimabeeinträchtigung. Diese politisch gewollte Option sei ohne Risiko nicht denkbar. Das könne jedoch begrenzt werden. Lange: „Nicht die Pro-Leute, die uns den Handlungsbedarf um die Ohren hauen, haben Recht“, meint Lange: „Aber auch nicht die Kontra-Leute, die, wenn sie nicht schon grundsätzlich dagegen sind, alles ins Feld führen, was an Ängsten aus dieser ,windigen‘ Sache herauszuholen ist.“

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©Richter