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Von Brandbekämpfern zu Eis-Rettern

Freiwillige Feuerwehr Von Brandbekämpfern zu Eis-Rettern

Ihr 75-jähriges Bestehen feiert die Freiwillige Feuerwehr Bernshausen mit einem Festakt am 16. und 17. Mai. Organisierten Brandschutz gibt es in der Gemeinde seit über 270 Jahren. Seitdem haben sich die Aufgabenschwerpunkte der Wehr geändert.

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Blick in die Vergangenheit: Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Bernshausen mit Brandmeister Heinz Bringmann (r.) um 1968.

Quelle: EF

„Ein Schild auf der alten Pumpe hat den Hinweis darauf gegeben, dass es bereits im Jahre 1738 eine Art Feuerwehr gegeben hat“, berichtet Ortsheimatpfleger und Schriftführer der Feuerwehr Bernd Siebert. Er hat die Geschichte der Wehr anlässlich des bevorstehenden Jubiläums recherchiert und in den Blättern für Heimatkunde niedergeschrieben. Bis in die 1940er-Jahre habe die Feuerspritze im Ort gestanden. 

Die Freiwillige Feuerwehr Bernshausen wurde in ihrer heutigen Struktur am 19. Mai 1934 gegründet. Zu ihrem ersten Einsatz musste sie volle drei Jahre später ausrücken – im Nachbarort Wollbrandshausen. Während des zweiten Weltkriegs mussten fehlende Einsatzkräfte mit Notdienstverpflichtungen ersetzt werden, Jungmädel wurden zum freiwilligen Dienst herangezogen. Ein Jahrzehnt später konnte nach langen Forderungen der Brandschützer ein neues Gerätehaus eingeweiht werden. 1965 wurde Heinz Bringmann Brandmeister. 

Ein automatischer Feueralarm – verbunden mit der Sirenenanlage im Schulgebäude – wurde im Jahr darauf installiert. Mit der Anschaffung eines Ford Transit Löschfahrzeugs ging für die Wehr 1972 ein lange gehegter Wunsch in Erfüllung. Der Neubau des Feuerwehrhauses wurde Anfang der 80-er Jahre beschlossen. Bei der offiziellen Einweihung 1985 erhielt der jetzige Ortsbrandmeister Hans-Jürgen Kasulke die Schlüssel aus den Händen des Samtgemeindebürgermeisters Bernward Heckerodt. In den Folgejahren traten nach langer Zeit erstmals wieder Frauen den freiwilligen Dienst an, die Jugendfeuerwehr wurde belebt. 

Feuerkatastrophe

Von großen Feuerkatastrophen blieb Bernshausen seit 1897 verschont. Damals hatte ein Brand dutzende Wohnhäuser, Nebengebäude und Scheunen in Schutt und Asche gelegt. Dass sich die Aufgaben der Feuerwehr mit der Zeit geändert haben, darauf weist Ortsbrandmeister Kasulke hin. Ursprünglich sei die Brandbekämpfung vorderste Aufgabe gewesen. Inzwischen würden jedoch Hilfeleistungen überwiegen. Dazu gehören Öleinsätze oder die Rettung von in Not geratenen Menschen am Seeburger See. Seit 2003 besitzt die Feuerwehr einen Rettungsschlitten. Ein Jahr zuvor hatte es einen tödlichen Unfall gegeben, als ein Schlittschuhläufer auf dünnem Eis eingebrochen war. Er konnte erst mit dem Göttinger Rettungshubschrauber tot geborgen werden. 

Von Björn Dinges

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