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„Von Windeln verweht“

Theater- und Konzertvereinigung Duderstadt „Von Windeln verweht“

Dem Kultursommer folgt wieder ein Kulturwinter: Ihren Spielplan für die Saison 2016/2017 hat die Theater- und Konzertvereinigung (TKV) Duderstadt vorgestellt. Die gerät zunehmend in schweres Fahrwasser.

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Stellen des neue Programmheft der TKV vor: (v.l.) Heinrich Schenke, Markus Teichert, Sabine Holste-Hoffmann, Elmar Thieme, Daniela Kopp.

Quelle: Thiele

Duderstadt. „Mit 66 Jahren ist noch lange nicht Schluss.“ Eine Hommage an Udo Jürgens gehört zum Programm der 66. Saison der 1950 aus der Taufe gehobenen Kulturvereinigung. Die trotzig klingende Songzeile passt zur Situation der TKV. Mit der Sparkasse und weiteren Unterstützern hat sie zwar verlässliche Sponsoren, auf das Publikum ist aber immer weniger Verlass. Das Kulturangebot wird größer, das Freizeitverhalten ändert sich, der Spagat zwischen unterschiedlichen Interessen und Zielgruppen macht die Programmgestaltung nicht einfacher.

Von einer Gratwanderung zwischen den Generationen spricht TKV-Geschäftsführerin Sabine Holste-Hoffmann. Der Theatervorhang auf dem Programmheft-Cover ist nicht von ungefähr grün. „Die Farbe der Hoffnung haben wir auch gewählt, weil wir nicht wissen, wohin der Weg geht“, sagt Holste-Hoffmann: „Wir dürfen die Stammkunden nicht verprellen, müssen aber neue Kunden rekrutieren.“

So habe die Komödie „Ladies Night“ über strippende Männer für eine volle Hütte, aber auch offene Münder gesorgt, nennt sie ein Beispiel für die Gratwanderung. Besonders schwer habe es die „kleine, aber feine Reihe der Klassik-Konzerte im Rathaus“, die trotz hoher Qualität nur wenig besucht sei: „Wir wollen die Reihe aufrechterhalten, solange es geht.“

Der Abonnentenstamm sei in die Jahre gekommen, immer weniger Interessenten wollten sich vor Saisonbeginn festlegen, sich lieber alle Optionen offenhalten, meint Holste-Hoffmann. Da die Abos die wichtigste Stütze der TKV und der freie Verkauf unwägbarer sei, werde die Kalkulierbarkeit schwieriger: „Sonst konnten wir immer auf den Abonennten-Geschmack zurückgreifen.

Dennoch ist die umtriebige Geschäftsführerin der TKV, die auch Mitveranstalter der Duderstädter Musiknacht am 4. Juni ist, zuversichtlich: „Wir haben wieder eine gute Mischung für die kommende Saison zusammengestellt.“

Dazu gehört das Musical „Evita“ („Eines der wenigen Musicals, die noch als Dauerbrenner ziehen und alle Generationen ansprechen“) ebenso wie eine Zarah-Leander-Revue, die Operette „Die Czárdásfürstin“ und das „wieder hochaktuelle“ Lessing-Stück „Nathan der Weise“ über religiöse Toleranz. Ein stets ausverkaufter Selbstläufer ist das Konzert der Göttinger Symphoniker, ebenso anspruchsvoll wie unterhaltsam sind die Theaterstücke „Onkel Toms Hütte“ - ein Schauspiel mit Ron Williams und viel Musik von Gospels bis zu Songs der Bürgerrechtsbewegung - und die Kinohit-Adaption „Honig im Kopf“ über eine Alzheimer-Erkrankung. Als Sonderveranstaltung kommt „Rabe Socke“ als Figurentheater in die Stadtbücherei, die ihr 40-jähriges Bestehen feiert, die Kabarettistin Simone Fleck präsentiert im Rathaussaal ihr neues Programm „Von Windeln verweht“.

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