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Von der Handdruckspritze zur Chemiegruppe

Freiwillige Feuerwehr Von der Handdruckspritze zur Chemiegruppe

Zu den Ortswehren im Eichsfeld, die in diesem Jahr ihr 75-jähriges Bestehen feiern, gehört neben Bernshausen, Seeburg, Krebeck und Hilkerode  die Freiwillige Feuerwehr Westerode. Die Verkehrs- und Infrastrukturlage des Duderstädter Ortsteils fordert die schlagkräftige Truppe immer wieder.

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Aktuelle Momentaufnahme im Jubiläumsjahr: Die Mannschaft der Westeröder Wehr mit Nachwuchs und Senioren.  

Quelle: EF

Bereits um das Jahr 1900 gründeten die Bürger der Gemeinde Westerode eine Pflichtfeuerwehr, für die alle körperlich geeigneten Männer des Ortes herangezogen wurden. Pflichtfeuerwehren werden auch heute noch eingerichtet, wenn keine Freiwillige Feuerwehr zustande kommt und der Brandschutz nicht mehr gewährleistet ist – wie bereits in einigen ostdeutschen Gemeinden geschehen.

Von dieser Verlegenheit ist die Freiwillige Feuerwehr Westerode weit entfernt. Jeder achte Einwohner des 850-Seelen-Ortes ist Mitglied der Feuerwehr, 55 der 102 Mitglieder sind Aktive.

 

Nachwuchs gesucht

Schon lange gibt es in Westerode eine Jugendfeuerwehr, die ihr 25-jähriges Bestehen gemeinsam mit dem 75. Wehr-Jubiläum feiert. Zurzeit habe die Jugendwehr nur die Mindestwettkampfzahl von neun Mitgliedern, bedauern Ortsbrandmeister Kai Walter und Jugendfeuerwehrwart Peter Gerhardt, der auch die Festschrift zum Jubiläum erstellt: „Wir brauchen dringend Nachwuchs ab zehn Jahren“. Wer Interesse hat, kann montags um 17 Uhr bei den Übungsnachmittagen im Feuerwehrhaus vorbeischauen oder sich bei Gerhardt, Telefon 0175/4024806, melden.

Die ursprüngliche Pflichtfeuerwehr in Westerode verfügte in der Gründerzeit über rund 60 Mitglieder und eine von Pferden gezogene Handdruckspritze. Erster Großeinsatz war das „Jahrhundertfeuer“, das am 12. August 1911 die Duderstädter Innenstadt verheerte.

Einsatz bei Großbränden

Ebenso in jüngerer Zeit zu Großbränden in Duderstadt herangezogen wurde die Freiwillige Feuerwehr, die wie in vielen anderen Gemeinden auch 1934 gegründet wurde. Ob das auch in Westerode vor dem Hintergrund des im Dezember 1933 erlassenen „Preußischen Feuerschutzgesetzes“ geschah, durch das die NS-Machthaber die Stellung der Feuerwehr mitsamt Aufnahme ins Vereinsregister neu regeln wollten, kann aufgrund fehlender Archivunterlagen nicht geklärt werden.

Nach dem Krieg gab es einen Neustart unter der britischen Besatzungsmacht, den ersten Einsatz 1948 bei Überwachung der Auszahlung nach der Währungsreform. Aufbauarbeit leistete Ewald Diedrich, der von 1952 bis 1977 Ortsbrandmeister war – gefolgt von Helmut Vollmer, Bernward Schwedhelm, dem heutigen Stadtbrandmeister Stefan Schindler und dem aktuellen Ortsbrandmeister Kai Walter.

Anforderungen steigen

1957 bezogen die Brandschützer das Feuerwehrhaus in der Rosenthaler Straße, das 1993 komplett renoviert wurde. Um mit wachsenden Aufgaben und technischem Fortschritt Schritt zu halten, wurden die Gerätschaften immer wieder ergänzt, Lehrgänge und Schulungen ausgeweitet. Zum Tragkraftspritzenfahrzeug kam 1998 ein Geräteanhänger hinzu, der aus der Kameradschaftskasse bezahlt wurde. Mit intensivem Übungsbetrieb bereitet sich die Wehr auf Ernstfälle vor, die wegen der Bundesstraße mit hohem Verkehrsaufkommen und vieler Gewerbebetriebe im Ausrückebereich nicht selten sind. Eine besondere Herausforderung ist die Firma Otto Bock. Um für mögliche Einsätze gerüstet zu sein, wurde 2006 eine Chemiegruppe aufgebaut, zu der auch Mitglieder aus den Ortswehren Mingerode und Nesselröden gehören.

Von Kuno Mahnkopf

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