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Vorurteile der Mitte der Gesellschaft

Bündnis gegen Rechts Vorurteile der Mitte der Gesellschaft

Dass Vorurteile auch in der sogenannten Mitte der Gesellschaft präsent sind, hat am Donnerstag die Bielefelder Soziologin Daniela Krause in Duderstadt thematisiert. Auf Einladung des Bündnisses gegen Rechts hat sie dort das Konzept der „gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit“ vorgestellt.

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Quelle: GT

Duderstadt. Krause forscht am „Institut für interdisziplinäre Gewalt- und Konfliktforschung“ (IKG) der Universität Bielefeld - ein Institut, dessen Langzeitstudie „Deutsche Zustände“ über ein Jahrzehnt lang untersucht hat, wie sich Vorurteile und Diskriminierung in Deutschland entwickeln. Die Befunde Krauses und ihrer Kollegen sind dabei eindeutig: Vorurteile gegenüber sozialen Gruppen wie Homosexuellen, Menschen mit Migrationshintergrund, aber auch Langzeitarbeitslosen finden unabhängig von Alter und Geschlecht der Befragten Zustimmungsraten von bis zu 40 Prozent in der Bevölkerung - und auch ein hohes Bildungsniveau „schützt davor nur bis zu einem gewissen Grad“, ist sich Krause angesichts ihrer Forschungen sicher. Dabei verurteilt sie nicht das Vorurteil an sich, sondern sagt „Vorurteile wird es immer geben“, denn das Wissen über Ungleichheit helfe, sich in einer komplexen Welt zurecht zu finden. Weil Vorurteile aber auch das Selbstwertgefühl steigern, sind sie für Krause eine zweischneidige Angelegenheit: „Aus Ungleichheit wird dann Ungleichwertigkeit“, was in der Abwertung ganzer Gruppen resultiere. Die wiederum ist aus Krauses Sicht Grundlage sowohl für den Erfolg von Bewegungen wie Pegida als auch für Gewalt gegenüber Einzelnen, die diesen Gruppen angehören - was für die Adressaten das „Leben in einem vergifteten gesellschaftlichen Klima“ und die Angst vor Übergriffen bedeute.

Allerdings können die Bielefelder Soziologen auch Empfehlungen für den Umgang mit Vorurteilen geben: Zentral ist für Krause, wie Vorurteile weitergereicht werden, hauptsächlich von Generation zu Generation. Zugleich ist sie sich sicher: „Reine Aufklärung bringt nichts“, es brauche positive Erfahrungen und Begegnungen. Außer in den Räumen der Kreisvolkshochschule war Krause an diesem Tag auch im Eichsfeldgymnasium zu Gast, um über das Thema zu referieren und mit Schülern ins Gespräch zu kommen.hö

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