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Wachsende Population der Nilgänse im Eichsfeld

Jägerschaft beobachtet Wachsende Population der Nilgänse im Eichsfeld

Als sogenanntes Neozoon, also als nicht heimisches Tier, macht sich die Nilgans zunehmend im Eichsfeld breit. Im 18. Jahrhundert als Ziervogel von Afrika nach England eingeführt, hat sich der große afrotropische Entenvogel mit dem grau-rötlichen Gefieder langsam über ganz Europa ausgebreitet.

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Nicht nur in afrikanischen Gefilden fühlt sich die Nilgans heimisch, zunehmend auch im Eichsfeld.

Quelle: Stratenschulte/dpa

Eichsfeld. Im Eichsfeld haben die ersten Nilgans-Paare vor wenigen Jahren am Seeburger See und in den umliegenden Feuchtgebieten Lutteranger und Seeanger gebrütet. Inzwischen ist die Population deutlich angestiegen und die den Halbgänsen zugeordneten Vögel sind auch in weniger wasserreichen Gebieten anzutreffen.

Die Duderstädter Jägerschaft sowie die Kreisjägerschaft behalten die wachsende Population im Auge. „Als vor wenigen Jahren die ersten vereinzelten Nilgans-Paare im Eichsfeld nisteten, wurden sie von der Öffentlichkeit noch nicht so deutlich wahrgenommen“, sagt Hans-Georg Kracht, Vorsitzender der Jägerschaft Duderstadt. Da die Zuwanderer aber anderen Vogelarten den Lebensraum streitig machten und in Feuchtgebieten reichhaltige Nahrung fänden, hätten sie sich schnell vermehrt.

„Die Nilgänse gelten als Nesträuber, sind äußerst aggressiv und unverträglich mit allen anderen Vogelarten und daher eine Konkurrenz im Lebensraum der heimischen Arten wie Graugänse oder einiger geschützter Vogelarten“, erklärt Kracht. Manche seien schon dabei beobachtet worden, die Storchennester zu besetzen und die Störche am Anflug zu hindern. Im Gegensatz zur Graugans ist die Nilgans kein Bodenbrüter, sondern nistet auf Bäumen. Wie auch andere Zugvögel bleiben Nilgänse in milden Wintern zunehmend im Eichsfeld, statt in wärmere Gefilde zu fliegen.

Kreisjägermeister Alfred Ballhausen bestätigt ebenfalls eine zunehmende Tendenz der Nilgänse. „Die streitsüchtigen, aber ansonsten recht anspruchslosen Zuwanderer scheinen sich bei uns recht wohl zu fühlen“, sagt er. Daher unterliege die Nilgans inzwischen dem Jagdrecht in Niedersachsen. Die Jagdzeit gelte vom 1. August bis 30. November. „Als die ersten Waschbären 1993/94 in der Region gesichtet wurden, hatte auch niemand damit gerechnet, dass sie sich so gut vermehren würden. Heute haben wir mehr als 400 Tiere im Kreis Göttingen“, vergleicht Ballhausen. Zwar sei die Nilgans noch weit davon entfernt, eine Plage zu werden, aber die Population werde beobachtet. „Die Nilgans wird inzwischen im Herbst bejagt, aber natürlich darf sie nicht ausgerottet werden und wie alle anderen Vogelarten in Ruhe ihre Brut aufziehen“, betont auch Kracht.

Von Claudia Nachtwey

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