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Was denken Duderstäder Bürger über eine Europa-Armee?

„Warum Russland provozieren?“ Was denken Duderstäder Bürger über eine Europa-Armee?

Von schockierten Blicken, über einfaches Unverständnis bis hin zur enthusiastischen Zustimmung waren alle erdenklichen Reaktionen zu beobachten. Das Tageblatt hat einige Duderstädter Bürger zu einem Vorstoß von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Junkers befragt, der bereits in den 1950er-Jahren diskutiert wurde, seine Sprengwirkung aber offensichtlich nicht verloren hat.

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Der Schützenpanzer Puma.

Quelle: EF

Duderstadt/Brüssel. Junkers Vorschlag: „Wir müssen eine gemeinsame europäische Armee aufbauen.“ Unterstützung erhält Junker vor allem aus Deutschland. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen empfinde es als gut und wichtig eine starke europäische Armee zu haben, um deutlich zu machen, dass die EU entschlossen sei, Menschenrechte und Frieden auf der Welt zu verteidigen. Bei der Befragung der Duderstädter wurde schnell klar, dass die Meinungen zu diesem weit auseinanderliegen. Also: Brauchen wir eine europäische Armee?

„Ich finde das keine gute Idee. Warum sollten wir Russland zusätzlich provozieren?“, fragt Jürgen Blochmann. Die Größe Europas sei zudem ein Hindernis, einen Zusammenschluss von Armeen der einzelnen Länder gut zu gestalten.
In ihrer Beurteilung ausgewogen zeigt sich Pia Nachtwey, die  die Frage als Anlass für eine politische Diskussion begreift: „Einerseits find ich es gut, wenn wir weiter zusammenrücken, andererseits rücken wir den Russen zu sehr auf die Pelle“. Ohne weiterführende Information könne sie kein abschließendes Urteil fällen.

Martin Krufke, der vier Jahre bei der Bundeswehr gedient hat, sieht den globalen Kontext als entscheidend. „Heutzutage gibt es andere Feindbilder als damals, es hat sich alles verändert“, sagt er. Es müsse auf Konflikte auf dem gesamten Erdball reagiert werden könne, eine europäische Armee könne dafür eine Alternative sein.

Einen pragmatischen Ansatz zur Beantwortung der Frage verfolgt Manuel Meyna und stellt auf die Umsetzbarkeit des Vorhabens ab: „Eine gemeinsame europäische Armee ist schwer zu realisieren“, sagt er. Es werde bei bedeutend leichteren Aufgaben für die Handelnden Geld in den Sand gesetzt. Etwaige Synergie-Effekte durch einen Zusammenschluss sehe er zwar auch, bezweifele aber, dass dieser reibungslos erfolgen wird.

Von Kay Weseloh

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