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Washington-Korrespondent Stefan Koch erinnert sich

Ungebrochen: Stille Wächter in grauen Wolken Washington-Korrespondent Stefan Koch erinnert sich

„Es ist gar nicht so einfach, heute die Gefühle und Eindrücke von damals wieder wachzurufen,“ schreibt Stefan Koch in seinem Beitrag in der ZEIT REISE. Als junger Redakteur des Eichsfelder Tageblatts verlegte der heutige Washington-Korrespondent der Madsack-Mediengruppe vor 25 Jahren seinen Arbeitsplatz in eine Dachkammer des Heiligenstädter Rathauses, um aus einer Region zu berichten, die bis dato für ihn eine berufliche Entfernung wie die Antarktis hatte: dem Obereichsfeld.

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In Redaktion: Stefan Koch (2.v.l.) mit Hermann Hillebrecht, Eida Koheil, Ulrike Kröplin, Jutta Steinhoff und Volker Rappmund (v.l.).

Quelle: BB

Duderstadt. Vor allem Heiligenstadt, erscheint dem Reporter damals als Sehnsuchtsort. „Wie lebt es sich hier im - bisherigen - Ostblock, wo die Neubauten identisch sind mit den Häusern in Moskau und Nowosibirsk?“

Was ihm im Obereichsfeld beeindruckt: „Der Stolz der Menschen auf die eigene Geschichte und auf die kulturellen Leistungen in so lange zurückliegenden Epochen. Trotz aller Mängel blieb Heiligenstadt nicht nur ein regionales Zentrum des volkstümlichen Katholizismus, sondern auch der Bildung,“ stellt Koch fest.

„Die Jesuiten hatten hier eine wissbegierige Tradition begründet, die sich weder durch die Nazis noch durch die DDR-Sozialisten brechen ließ. Das scheint sich auch im Äußeren widerzuspiegeln: So manches Mal, wenn der Nebel und der Rauch aus den Braunkohleöfen die Stadt umhüllen, ragen die Kirchtürme von St. Marien, St. Martin und St. Ägidien wie stille Wächter aus den grauen Wolken hervor.“

Koch begegnet vielen Menschen und deren Stolz auf ihre Region:  „Eine Persönlichkeit symbolisiert für mich den Spagat zwischen Eichsfelder Verbundenheit und intellektueller Offenheit auf eindringliche Weise: Werner Henning,“ schreibt er. Mit demonstrativer Nachdenklichkeit und seinen Appellen zur Toleranz habe der Pädagoge  wesentlich dazu beigetragen, zwischen den alten Machthabern und den aufbegehrenden Bürgern zu vermitteln.

„Als späterer Landrat begegnet Henning mit diesem gesunden Selbstbewusstsein auch all den Inspektoren aus dem Westen, die manchmal allzu schnelle Entscheidungen für das Obereichsfeld treffen wollen,“ findet Koch. Welche alte Idee von Dr. Henning zur Einheit des Eichsfelds ist für Stefan Koch immer noch aktuell? Und warum sind die Meinungsführer in der US-Hauptstadt bis heute stolz auf die Rolle der USA bei der Wiedervereinigung?  

„ZEIT REISE - 25 Jahren Einheit ohne Grenze(n)“ hat die Antworten. Das Buch ist beim Göttinger / Eichsfelder Tageblatt sowie im GT-Onlineshop und im Buchhandel erhältlich: 148 Seiten, Hardcover,  19,50 Euro, ISBN 978-3-944480-01-5.

Von Jonas Rohde

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