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Welkende Landschaften

Kommentar Welkende Landschaften

Schönreden hilft nicht weiter, Bürger-Brainstorming mit akademischer Begleitung kann gegen betriebswirtschaftliche Entscheidungen und gesellschaftliche Umwälzungen nichts ausrichten: Der ländliche Raum blutet aus.

Ein wenig Tourismus und Binnenwanderung hier und dort – fort aus dem Bergdorf und hin zur Bundesstraße – ändert daran nichts. Dorfladen-Projekte und Mehrgenerationenhäuser sind Tropfen, die auf dem heißen Eisen Demografie verdampfen, die EU-Förderkulisse verschiebt sich gen Osten, die Hoffnung auf Städtebauförderung kann sich Duderstadt mit Blick auf den Bundesetat abschminken. Der Altkreis ist vom guten Willen eines Unternehmens abhängig, die Prosperität nach der Grenzöffnung währte nur kurz, die Geburten nehmen weiter ab, der qualifizierte Nachwuchs wandert aus, die Bevölkerungsprognosen bleiben düster. Alle gut gemeinten Bemühungen gegen die Landflucht erscheinen wie ein Kampf gegen Windmühlen.

Das klingt defätistisch, ist aber deskriptiv. Auch im dieser Eichsfeldtage viel beschworenen kultigen Kuschel-Soziotop sind die Fakten hart. Mit Konsequenzen tut sich die örtliche Politik nach wie vor schwer. Zur Fusion von Bildungseinrichtungen und Kommunalverwaltungen gibt es aber keine Alternative.

Kirchturmdenken und Spiel auf Zeit verzögern unpopuläre Entscheidungen nur. Eine Vernunftehe mit Schuldenerlass ist allemal besser als eine Zwangshochzeit mit Druck und Last.

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Abwanderung und Geburtendefizit

Allen Förderprogrammen, Bemühungen und optimistischen Sonntagsreden zum Trotz blutet der ländliche Raum immer mehr aus. Der Sinkflug der Bevölkerungszahlen im Untereichsfeld setzt sich fort – und gewinnt an Fahrt.

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