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Weltmeister im Duderstädter Tabalugahaus

Tischtennis-Nationalmannschaft Weltmeister im Duderstädter Tabalugahaus

„Wir sind bereits das zweite Mal hier“, sagt Holger Nikelis, zweifacher Weltmeister und zweifacher Goldmedaillengewinner bei den Paralympics.

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Das Nationalteam „Sport grenzenlos“ schenkt dem Tabalugahaus eine signierte Mini-Tischtennisplatte.

Quelle: Weseloh

Duderstadt. Der professionelle Rollstuhl-Tischtennisspieler und seine Kollegen aus der Tischtennis-Nationalmannschaft sind auf Einladung des Sport Clubs Weende Göttingen angereist, um vom 2. bis 4. Januar einen „grenzenlosen Tischtennislehrgang“ zu bereichern. „Solche Aktionen sind eine tolle Möglichkeit, um für den Behindertensport zu werben“, sagt Nikelis.

Otto-Bock ist Partner der Veranstaltung und hat für den Lehrgang mehrere Rollstühle bereitgestellt, die bei Trainingsbeginn unmittelbar zum Einsatz kamen. „Es gab keine Berührungsängste. Die Teilnehmer des Lehrgangs haben sich einen Rollstuhl genommen und gleich mitgemacht“, sagt der Weltmeister. So könne am besten gezeigt werden, welche zusätzlichen Schwierigkeiten die Spieler bewältigen müssen, wenn sie in einem Rollstuhl sitzen. Dadurch entstand schnell ein schönes und aufgeschlossenes Miteinander.

Besonders erfreulich für das Team war, dass die Spieler das Wochenende kostenfrei im Tabalugahaus in Duderstadt logieren konnten. „Ein tolles Gebäude“, sagt Michael Meißner, langjähriger Trainer von Nikelis. Es sei nicht nur barrierefrei, sondern auch wunderschön gestaltet. „Weil es so bunt ist, hat man nicht das ´Krankenhaus-Feeling´“, sagt er.

Derart gute Voraussetzungen sind laut Nikelis und Meißner jedoch eher selten. „Ich komme schon manchmal auf 80 Spieltage im Jahr“, beschreibt Nikelis. Dazu kämen noch 20 bis 30 Stunden Training in der Woche,  und das neben einen 40-Stunden-Job. Das sei nicht nur zeitraubend und anstrengend, sondern auch  ziemlich  teuer.  „Etwa  20 000 Euro im Jahr kostet mich der Sport“, erklärt der Tischtennis-Profi. Da käme ihm eine Unterstützung, wie die kostenlose Unterbringung im Tabalugahaus, sehr entgegen. „So etwas wie einen Mäzen oder eine Stiftung die uns finanziell stützt, gibt es leider nicht“, erklärt Nikelis.

Wie kostenintensiv das Leben des momentan Weltranglistenzweiten sein kann, wird deutlich, wenn er seine anstehenden Termine vorliest. Am 7. Januar müsse er beispielsweise in Dubai sein. Da werden nämlich die „Star Awards“ des internationalen Tischtennis-Verbands ITTF ausgerichtet, bei denen Nikelis in der Kategorie „Para Male Table Tennis Star“ einer der drei Nominierten ist. „Flug und Unterkunft müssen wir selber zahlen“, erklärt er. Da ist es nachvollziehbar, dass der Spitzensportler den Termin aller Voraussicht nach nicht wahrnehmen kann.

Von Kay Weseloh

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