Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Weniger Pastoren für Lutheraner

Kirchenkreis Harzer Land Weniger Pastoren für Lutheraner

„In jeder der sieben Regionen des Kirchenkreises Harzer Land wird es künftig einen Pastor weniger geben; nicht weil kein Geld da wäre, sondern weil niemand dorthin ziehen möchte“, erklärte Pastor Uwe Brinkmann während der Kirchenkreistagssitzung in Dorste. Das Kirchenparlament erarbeitet einen neuen Stellenplan.

Voriger Artikel
Musikalisches Gedenken an Max Reger
Nächster Artikel
Neue Wege der Heimatforschung?
Quelle: dpa (Symbolbild)

Dorste. 90.000 Euro im Jahr zahlt die evangelische Landeskirche für eine Pastorenstelle. Die sieben Regionen, darunter das Eichsfeld, könnten diese Summe künftig anders einsetzen, ist Brinkmanns Idee. „Dazu muss allerdings noch das Landeskirchenamt seine Zustimmung geben“, führte der Pastor auf Nachfrage aus.

Zunehmende Auflösung der Bindung

Widerspruch erfuhr Brinkmann auf seine Anregung im Kirchenkreistag nicht. Die Kirchenparlamentarier akzeptieren offenbar das scheinbar Unvermeidliche. Innerhalb der Landeskirche ist zunehmende Auflösung der engen Bindung zwischen Pastor und Gemeinde, zu der Brinkmanns Anregung führen wird, jedoch umstritten. Zu den Gegnern einer solchen Entwicklung zählt etwa der Hamelner Pastor Herbert Dieckmann.

In einem Artikel des Deutschen Pfarrerblatts weist er darauf hin, dass es in allen Kirchenkreisen der Landeskirche, wo Pastoren in den vergangenen Jahren verstärkt übergemeindlich eingesetzt worden seien, überdurchschnittlich hohe Mitgliederverluste gegeben habe.

„Derzeit laufen in den sieben Regionen intensive Diskussionen zur künftigen Gestaltung der Arbeit“, berichtete Brinkmann. Welche Ziele soll die Kirche vor Ort verfolgen und welche nicht mehr? Welche Erwartungen haben die Lutheraner an ihren Geistlichen? Soll die Kirchenmusik auf Oratorien oder auf Gospel setzen? Wie sieht es mit der Jugendarbeit aus, wenn kaum noch Kinder geboren werden? Auf Wunsch moderiert eine Gemeindeberaterin die Diskussionen vor Ort.

Open-Space-Veranstaltung

Die ersten Ergebnisse sollen am 10. September von den Verantwortlichen des Kirchenkreises während einer Klausurtagung beraten werden. „Im November wird es eventuell eine sogenannte Open-Space-Veranstaltung geben“, regte Brinkmann an. Gemeindemitglieder können sich dort mit ihren Wünschen und Erwartungen in den Prozess einbringen.

Die künftige Personalausstattung des Kirchenkreises soll in den kommenden zwei Jahren weiter konkretisiert werden. Am Ende wird der Kirchenkreistag den neuen Stellenplan verabschieden.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Feuerwehrübung in Krebeck

©Richter