Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
Weniger Priester, mehr Engagement

Propst Gallschuke spricht bei Kolping-Senioren Weniger Priester, mehr Engagement

Klartext hat Propst Bernd Galluschke auf einer Veranstaltung der Kolping-Senioren auf dem Pferdeberg zur Lage der katholischen Kirche im Untereichsfeld gesprochen: Weniger Pfarrer, weniger Kirchenbesucher. Zugleich betonte er ein neues, anderes Priesterverständnis und die Bedeutung des Ehrenamtes.

Voriger Artikel
Mehr Springprüfungen als zuvor
Nächster Artikel
Gastgeber wollen Titel verteidigen

Spricht Klartext: Propst Bernd Galluschke plädiert für ein neues Priesterverständnis und die Stärkung von Ehrenämtern.

Quelle: Niklas Richter

Duderstadt. „Auch im Eichsfeld ist das katholische Aquarium zu Ende“, befand Propst Galluschke. Bereits heute werde man bei einem „Grüß Gott“ oft verständnislos angeguckt. Wer aber Vergangenheit glorifiziere, mache Gegenwart und Zukunft schlecht. Wahr sei allerdings: Laut Stellenplan 2025 schrumpfe die Zahl der Pfarrer im Dekanat Untereichsfeld von sieben auf - rechnerisch - 4,8. „Ich bin da lieber brutal realistisch und gehe von vier aus“, so Galluschke.

Zugleich müsse überdacht werden, was künftig Ehrenamtliche übernehmen könnten. „Was wir uns abschminken sollten, ist der Satz ‚Haben wir ja noch nie so gemacht“, sagte Galluschke. Denn auch zur Zeiten des Kulturkampfes, als Bismarck den katholischen Priestern ihre Amtsausübung verbot, seien Laien eingesprungen. Nichts Neues also, so Galluschke: „Sie sind getaufte Christen, dazu brauchen Sie keinen Theologen!“ Der Propst betonte mit Verweis auf das Zweite Vatikanische Konzil auch das gemeinsame Priestertum: „Jeder hat seine Aufgabe, stellen Sie den Pfarrer und die Geweihten also nicht höher als die anderen.“ Respekt habe jeder verdient.

Angesichts leerer werdender Kirchen müsse man sich selbstkritisch fragen, was die Kirche falsch gemacht habe. „Wir waren oft zu streng“, so Galluschke, „da ist viel kaputt gegangen.“ Allein daran solle aber Religiosität nicht festgemacht werden. In Projekten fänden sich immer mehr Bereitwillige. „Wenn bei den Schützen Hartz-IV-Empfänger und Unternehmer friedlich miteinander feiern, dann ist auch das für mich Kirche“, so Galluschke: „Wir brauchen keine Panik bekommen, es geht nichts den Bach runter - es gibt ja uns!“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Feuerwehrübung in Krebeck

©Richter